SATYRICON - Deep Calleth Upon Deep
Label: Napalm Records
Nichts geringeres als ein völlig neues Kapitel im musikalischen Schaffen soll es werden. Ein Versprechen, das man von langgedienten Musikern nach einer längeren Schaffenspause zugegebenermaßen des Öfteren zu hören bekommt und sich nicht selten als Werbeschmäh entpuppt. Es gilt aber nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Der schnelle Anfang des eröffnenden Songs „Midnight Serpent“, der mitunter Erinnerungen an „Age Of Nero“ bringt, täuscht übrigens. Tatsächlich steht das Album im Zeichen seiner zahlreichen Tempowechsel. Meist stampft man in gemächlicher Geschwindigkeit dahin. Die Songstrukturen sind verspielt, um es harmlos auszudrücken. Das spannende „Blood Cracks Open The Ground“ ist mindestens so sehr von den Drums getragen, wie von den Gitarren. Das folgende „To Your Brethern In The Dark“ wirkt im unmittelbaren Vergleich sogar ein bisschen uninspiriert. Zwar greift die melancholische Grundstimmung durchaus, aber der Song hätte in dieser Form wohl auch auf dem 2014er „Satyricon“ erscheinen können. Interessanterweise wurden ja jene zwei Songs vorab veröffentlich („To Your Brethren In The Dark“ und „Deep Calleth Upon Deep“), die wohl am wenigsten aus der SATYRICON’schen Diskographie herausbrechen. „Dissonant“ sieht Satyr von seinem charakteristischem Riffing abweichen und kombiniert das Ganze noch mit Saxophonklängen. Am stärksten werden SATYRICON dann bei den letzten beiden Songs „Black Wings And Withering Gloom“ und „Burial Rite“.

Insgesamt kommt „Deep Calleth Upon“ aber sehr roh und minimalistisch daher. Zwar wurden eben wieder MusikerInnen des Oslo Philharmonie Orchester, sowie Tenor und Jazz Saxophonist Håkon Kornstad miteinbezogen, doch werden diese Komponenten eher spärlich als Nuancen eingesetzt und drängen sich nicht in den Vordergrund. Ein Aspekt, der positiv hervorgehoben werden sollte. Die Gefahr, Songs mit solchen Elementen zu überladen ist real.

SATYRICON klingt auch auf „Deep Calleth Upon Deep“ weiterhin wie SATYRICON, obwohl man gestehen muss, dass in einzelnen Songs tatsächlich Neues probiert wird. Das geht einmal besser auf („Blood Cracks Open The Ground“, „Dissonant“), einmal schlechter („The Ghost Of Rome“). Das Rad wird dabei aber nicht neu erfunden, zumal der gelegentliche Stilbruch ohnehin auch zu SATYRICONs Repertoire zu zählen ist. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verlangt „Deep Calleth Upon Deep“ aber wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Durchläufe, um die spannenden Facetten zu schätzen zu lernen. Eingängige Evergreens à la „Fuel For Hatred“, „Mother North“ oder „K.I.N.G.“ gibt es nicht. Zu entdecken gibt es trotzdem genug. Ein scheinbar widersprüchliches Werk, das einen minimalistischen Ansatz mit erstaunlicher Komplexität vereint und mit so manchen hörenswerten Momenten aufwartet.

www.satyricon.no


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Midnight Serpent
2. Blood Cracks Open The Ground
3. To Your Brethren In The Dark
4. The Ghost Of Rome
5. Dissonant
6. Black Wings And Withering Gloom
7. Burial Rite
Gesamtspielzeit: 43:35

Asator
Weitere Beiträge von Asator

Weitere Beiträge über SATYRICON


CD-Bewertung
0 Stimmen [LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
0 Stimmen
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 29.09.2017
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: