ANATHEMA - The Optimist
Label: K-Scope
„The Optimist“ ist das mittlerweile neunte Album der Prog/Ambient Rocker ANATHEMA, die mit diesem an das 2001er Werk „A Fine Day To Exit“ anschließen und somit auch erklären wollen, was mit dem Protagonisten am Ende passierte, wie Mastermind Daniel Canavagh erklärt. Dieser stieg damals aus seinem Auto aus uns stapfte offensichtlich ins Meer, wie schon das damalige Artwork zeigte.

Das neue Artwork sowie das Intro „32.63N 117.14W“, das die Koordination des Strandes, auf dem das damalige Foto aufgenommen wurde, darstellt, macht klar, dass der Kerl wieder aus dem Meer raus ist, sich ganz außer Atem ins Auto setzt und dann abdüst zu neuen Abenteuern, aber nicht ohne vorher das Radio einzustellen. Und aus diesem tönt natürlich der Opener „Leaving It Behind“. ANATHEMA zeigen sich konträr zum Titel „The Optimist“ ziemlich melancholisch und meist auch sehr minimalistisch. Neben dezenten Synthies und sehr reduzierten Gitarren, steht meist ein zerbrechliches Piano im Vordergrund. Dazu wechseln sich Vincent Cavanagh und Lee Douglas immer wieder ab. Wirklich rockig wird es selten, denn ANATHEMA bleiben vorrangig im atmosphärischen Ambient Bereich und wollen vor allem eine Geschichte erzählen, in der unser Protagonist stellvertretend für Gefühle und Emotionen steht. Dafür entschieden sich die Briten für eine narrative Erzählweise aus der Sicht des Optimisten, den man als eine Art „Surrogate“, sprich Stellvertreter für eine semi-autobiografische Geschichte von Daniel, verwendete. Ein sehr spannender Ansatz um tiefer in die Lyrics einzutauchen.

Beim ruhigen und traurigen Piano-Stück „Endless Ways“, bei dem sich musikalisch zwar nicht viel tut, aber dank der zerbrechlichen Spielweise und dem passenden Gesang von Lee, auf emotionaler Ebene so einiges abgeht, zeigen ANATHEMA wieder wo ihre Stärken liegen. Auch das Instrumental „San Fancisco“, das als einziges schon fast, aber nur fast eine fröhliche Stimmung erzeugt oder „Springfield“, das mit wohligem Gänsehautgefühl punktet, zeigen wunderbar auf, dass Fans der letzten Werke auch hier ihre helle Freude haben werden. Über die ganze Distanz ist „The Optimist“ jedoch recht mühsam und es schleicht sich die eine oder andere Länge ein, was aber bei dem aussagekräftigen und bedeutungsschwangeren restlichen Material durchaus verkraftbar ist.

www.anathemamusic.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. 32.63N 117.14W
2. Leaving It Behind
3. Endless Ways
4. The Optimist
5. San Francisco
6. Springfield
7. Ghosts
8. Can´t Let Go
9. Close Your Eyes
10. Wildfires
11. Back To The Start
Gesamtspielzeit: 58:21

maxomer
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Beitrag vom 12.10.2017
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