ROBERT PLANT - Carry Fire
Label: Nonesuch
69 Jahre und ein gutes Stück ruhiger – das ist LED ZEPPELIN Frontmann ROBERT PLANT, der eigentlich als einziger der Legende noch aktiv ist und nun mit „Carry Fire“ sein elftes Solo-Album auf den Markt bringt. Wer nun in Jubel ausbricht und auf ein neues ZEP-Album hofft, der hat wohl das vor drei Jahren veröffentlichte „Lullaby... And The Ceaseless Roar“ verpasst. Mit Rock hat das Teil nämlich so viel zu tun wie Gollum mit Kernphysik. Warum sich „Carry Fire“ dennoch lohnen könnte, versuche ich euch hier näher zu bringen.

Wie schon am Vorgänger, arbeitet der gepflanzte Bert mit der Band SPACE SHIFTERS zusammen und bedient sich an verschiedensten Genres wie World Music, Blues, Folk, Celtic und orientalischen Klängen. Das Ganze geht meist recht ruhig, verträumt und atmosphärisch über die Bühne, doch alles wird getragen von der unvergleichlichen Stimme des Meisters, die zwar heute nicht mehr in die Vollen geht, aber nichts an Effektivität und Ausdrucksstärke verloren hat. Der alte Herr hat seine Stimme in den verwendeten Regionen nach wie vor bestens im Griff und sorgt auch heute noch für die eine oder andere Gänsehaut. Wer dem folkig-bluegrassig anmutenden „The May Queen“ und dem treibenden „New World“ nichts abgewinnen kann, der braucht wohl nicht weiterhören, denn ROBERT PLANT und seine Truppe ändern zwar immer mal wieder das Genre und dementsprechend die Grundstimmung, doch wirklich mehr Action oder Rock braucht der Hörer nicht mehr zu erwarten. Wen das nicht stört, beziehungsweise Fans des Vorgängers finden im weiteren Verlauf ein paar wirklich schöne Lieder, die unter die Haut gehen. Sei es der einfühlsame, eindringliche Gesang bei „Season´s Song“, das an U2 erinnernde „Dance With You“ oder das minimalistische Klavier-Stück „A Way With Words“, bei dem Gänsehaut vorprogrammiert ist - Plant weiß einfach wie man Musik schreibt, egal in welche Richtung es gehen soll. Im Verlauf des Albums wird dann doch noch den 70ern Tribut gezollt, denn „Carving Up The World“ und „Bones Of Saints“ wissen auf jeden Fall zu rocken, wenn auch mit angezogener Handbremse. Spaß macht das aber dennoch und sorgt noch weiter für Abwechslung. Indisches Flair bringt außerdem noch der Titeltrack mit. Als Highlight kann dann aber auch noch „Bluebirds Over The Mountain“ bezeichnet werden, da Plant hier fast an alte Tage erinnert und man mit einem Duett überrascht.

„Carry Fire“ ist ein interessantes und experimentelles Album, das definitiv nicht für Rock-Fans geschrieben ist, jedoch für offene Musikliebhaber, die einfach Roberts einzigartige Stimme und Art zu singen lieben. Vielleicht kein Meisterwerk, aber ein mehr als solides Stück Musik, das man gehört haben sollte.

www.robertplant.com


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The May Queen
2. New World
3. Season´s Song
4. Dance With You
5. Carving Up The World
6. A Way With Words
7. Carry Fire
8. Bones Of Saints
9. Keep It Hid
10. Bluebirds Of The Mountain
11. Heaven Sent
Gesamtspielzeit:

maxomer
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Beitrag vom 13.10.2017
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