TRIVIUM - The Sin And The Sentence
Label: Roadrunner Records
TRIVIUM haben es sich selbst und den Fans schon lange nicht mehr sonderlich leicht gemacht. So geht es auch mir. Die Jungs gingen damals mit „Ascendancy“ durch die Decke und auch „The Crusade“ gefiel mir extrem gut. Der moderne Thrash irgendwo in Richtung METALLICA, PANTERA und MACHINE HEAD hatte damals richtig Dampf. Auch „Shogun“ wird heute noch gelobt, doch da verlor ich schon das Interesse an der Truppe und bekam die Alben nur am Rande mit, beziehungsweise verloren mich diese nach nur wenigen Durchläufen schon komplett, was vor allem auch daran lag, dass ich die Konzerte so dermaßen langweilig und emotionslos fand, dass es kaum zu glauben war, dass die Band einst mit den eingangs erwähnten Alben so bei mir punktete. So ähnlich geht es mir auch bei den ebenfalls sehr überbewerteten AVENGED SEVENFOLD, die einst zwei geniale Alben rausbrachten und langsam aber sicher zu langweiligen Kommerz-Rockern verkamen. Aber oftmals braucht es ein umstrittenes Album, um sich dann wieder lautstark zurückmelden zu können, was den Effekt jedenfalls um ein Vielfaches erhöht.

So genug Feinde gemacht! TRIVIUM sind nun mit ihrem achten Album in nicht ganz 20 Jahren zurück und versuchen vergraulte Fans zu versöhnen. Mit „Silence In The Snow“ spaltete man zu Recht vor zwei Jahren die Fangemeinde. Fronter Matt Heafy zerschoss sich seine Stimme und so wurde das siebte Album zum komplett clean gesungenen Alternative Rocker, der aber definitiv nicht schlecht war, nur halt die eigene Zielgruppe verfehlte. „The Sin And The Sentence“ soll es nun richten und an „Shogun“ anknüpfen. Und das ist auch der Fall. TRIVIUM klingen wieder energischer und verbinden gekonnt technisch anspruchsvollen, modernen Thrash mit catchy Refrains, ohne kitschig oder cheesy zu wirken. Matts Stimmprobleme sind nicht mehr zu spüren und auch an der Gitarre hauen er und Corey Beauliu sich Riffs, Leads und Soli am laufenden Band um die Ohren. Ein wunderbares Beispiel dafür das dynamische „Betrayer“ das sofort ins Ohr geht und live sicher gut abgeht. Hier wird alles vereint, was TRIVIUM einst wirklich groß machte. Dazu kommt der erst 24-jährige Neuzugang Alex Bent (Ex-BATTLECROSS, DRAGONLORD), der hinter der Schießbude mächtig tight agiert und dem Sound von TRIVIUM noch mehr Leben einhaucht. „The Sin And The Sentence“ macht schon im ersten Durchlauf fast mühelos den ruhigen Vorgänger, sowie die recht sterilen und emotionsarmen Alben seit „Shogun“ vergessen und zeigt eine wie ausgewechselte Band, die neuen Hunger, Energie und Spielfreude zeigt. Dazu kommt, dass „The Wretched Inside“ irgendwo zwischen SLIPOKNOT, DEVILDRIVER und 5FDP das wohl brutalste Material seit Ewigkeiten darstellt.

Für Abwechslung ist auch gesorgt, denn der Titeltrack und Opener „The Sin And The Sentence“ ist als furios-flotte Hymne ein passender Einstieg, während „Beyond Oblivion“ im Refrain nach modernem Gothic á la LACRIMAS PROFUNDERE oder END OF GREEN tönt, dazwischen aber natürlich munter weiter thrasht. „Endless Night“ erinnert dafür an Alternative Rock-, repsektive Post Grunge-Hymnen um die Jahrtausendwende. Zudem zeig sich Heafy abwechslungs- und ideenreicher denn je, denn neben allerlei Screams und seinem typischen Gesang, gibt es den erwähnten Gothic-Teil, ein paar Spoken Words, Gangshouts und Chöre.

Vielleicht liegt es daran, dass die Erwartungen nach den letzten Alben (unabhängig von „Silence In The Snow“) dermaßen im Keller lagen, doch TRIVIUM konnten mich mit ihrem neunten Album zum Teil wieder gewinnen und zeigen, dass sie es doch noch drauf haben. Sollte dieser Elan nun auch live endlich wieder wirken, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. „The Sin And The Sentence“ ist zwar kein Meisterwerk und hat gegen Ende auch ein paar kleinere Längen, aber auf jeden Fall ein gelungenes Stück modernen Thrash Metals.

www.trivium.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Sin And The Sentence
2. Beyond Oblivion
3. Other Worlds
4. The Heart From Your Hate
5. Betrayer
6. The Wretchedness Inside
7. Endless Night
8. Sever The Hand
9. Beauty In The Sorrow
10. The Revanchist
11. Thrown Into Fire
Gesamtspielzeit: 57:54

maxomer
Weitere Beiträge von maxomer

Weitere Beiträge über TRIVIUM


CD-Bewertung
0 Stimmen [LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
0 Stimmen
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 20.10.2017
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: