WE CAME AS ROMANS - Cold Like War
Label: SharpTone Records
Irgendwie weiß nicht mal das Label von WE CAME AS ROMANS, ob man die Band nun lieb hat oder nicht. Nach dem guten, aber nicht überwältigen Zweitling „Understanding What We´ve Grown To Be“, den ich hier auch rezensiert habe, dropte man die Amis, die dann über Spinefarm „Tracing Back Roots“ veröffentlichten, ehe Nuclear Blast die Band für den Nachfolger mit dem schlichten Titel „We Came As Romans“, das viele Kritiker und Fans enttäuschte, wieder zurückholte, nur um sie dann auf das neue Sub-Label SharpTone Records zu verschieben.

Genauso ein auf und ab gab es auch musikalisch. Nun soll es aber Album #5 namens „Cold Like War“ richten. So geben sich WE CAME AS ROMANS wieder mutiger, verspielter und ambitionierter. Das Intro zeigt da schon erste Anzeichen. Ein spannendes, überlanges Vorgeplänkel, ehe es recht sperrig wird, was dann durch den recht eingängigen Titeltrack, der den Spagat zwischen heftigem Metalcore und poppigem Modern Metal recht gut hinbekommt, die Lage wieder entspannt. Elektronische Spielereien, „Wooohooohoo“-Chöre, verträumte Keyboards und viele cleane Passagen treffen auf heftige Riffs und Rhythmen, sowie aggressive Shouts. So könnte es gerne weitergehen – tut es aber leider nicht. WE CAME AS ROMANS verstricken sich im weiteren Verlauf und wollen auf Biegen und Brechen alle zufriedenstellen. So kommen oftmals ausgelutschte Breakdowns- und Riffs, die man aus dem Genre schon mehr als zu Genüge kennt, und schmückt diese mit allerlei Klimbim aus. Das wirkt oft deplaziert und kitschig und kann Metalcore Fans der straighten Kost schnell abschrecken, während das Ganze für manch Fan der melodischen Kost eine Spur zu gezwungen klingen. Fronter Dave Stephens und Kyle Pavon, der ihn immer mal wieder unterstützt, sind davon aber ausgenommen, die liefern nämlich auf „Cold Like War“ in allen Stimmfacetten eine wirklich gute Performance ab.

Das heißt aber nicht, dass „Cold Like War“ schlecht ist, nein WCAR beherrschen ihre Instrumente und zeigen viel Einsatz. „Two Hands“ geht auch gut ins Ohr, „Wasted Age“ verbindet heftige „Fuck-You“-Attitüde mit hymnischen Mitsing-Parts und „If There´s Nothing To See“ sollte trotz enormem Synthie-Overkill live eigentlich ganz gut für Abwechslung sorgen. Aber auch hier meint man es erneut etwas zu gut. Richtig schlimm wird das aber beim Pop-Electro-Ambient (?) Track „Encoder“, der mit seinen Effekten umd „Piep-Piep“ dermaßen nervt, dass man es kaum glauben mag. Außerdem wird es zum Schluss mit dem verträumten LINKIN PARK Rip-Off „Promise Me“ unglaublich kitschig und auch das treibende Abschlussnummer „Learning To Survive“ hält den Kitschfaktor nicht gerade niedrig.

WE CAME AS ROMANS machen es ihren Fans definitiv nicht einfach. Nur weil man tonnenweise Klimbim auf ausgelutschte Metalcore-Elemente klatscht, ist man nicht gleich innovativ. So wird es meist schmalzig, überladen und manchmal sogar nervig. Andererseits zeigen die Jungs dann doch wieder ambitionierte Momente und beweisen technisches Können auf ihren Instrumenten. Sicher werden die Römer hier Fans ansprechen, doch um wirklich für Aufsehen zu sorgen, müsste man kompakter und fokussierter zu Werke gehen.

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4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Vultures With Clipped Wings, Cold Like War
2. Two Hands
3. Lost In The Moment
4. Foreign Fire
5. Wasted Age
6. Encoder
7. If Theres Nothing To See
8. Promise Me
9. Learning To Survive
Gesamtspielzeit: 39:48

maxomer
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Beitrag vom 23.10.2017
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