SERENITY - Lionheart
Label: Napalm Records
Für SERENITY stehen die Zeichen offensichtlich auf Sturm. Nach einigen LineUp Änderungen und daher rührenden Verzögerungen, haben die Tiroler mit internationaler Beteiligung nun endlich wieder ein stabiles LineUp und bringen den Nachfolger zum starken „Codex Atlanticus“, der noch nicht mal zwei Jahre am Buckel hat, und das obwohl man auch fleißig tourte und auf Festivals zugegen war. Nachdem man darauf das Leben von Leonardo DaVinci verkonzeptionierte, dürfen wird auf dem neuen Werk „Lionheart“ die Heldentaten von König Richard I., auch genannt Richard Löwenherz, lauschen.

Dementsprechend ist das Album auch vollgepumpt mit Pathos, Heldentum, Glanz und Glorie. Und das passt auch perfekt zu SERENITY, die stets ihr Ding durchzogen, was sich auch bei „Lionheart“ nicht geändert hat. Nach einem schon recht cineastischen Intro, geht es auch gleich auch schon zum Thema passend mit Orgelklängen und heroischem Feeling los. Flotte Leads, drückende Drums und Happy-Metal Feeling inklusive. Das wohl wichtigste Trademark, nämlich Georg Neuhausers Stimme, thront über allem und lädt spätestens beim Refrain zum lauthals Mitsingen ein. Die Wurzeln sind die gleichen, denn hier und da hört man nach wie vor die Spielfreude alter SONATA ARCTICA, gepaart mit dichter Atmosphäre der Marke KAMELOT durch, doch nach sechs Alben haben sich die Herren definitiv ihre eigene Identität erspielt. Klar, die Tiroler bleiben im Symphonic Power Metal Korsett, haben dieses aber perfektioniert, wie die folgende Single „Lionheart“ eindrucksvoll beweist. Bombastisch, mit epischen Keyboards, donnernden Drums und eingängigen Melodien laden SERENITY zur fantastischen Schlacht. Auch hier geht der Refrain wunderbar ins Ohr und man spürt richtig, dass hier ein opulentes und durchdachtes Konzept zugrunde liegt. Das Leben des Königs ist auch mehr als interessant. Von der Rebellion gegen seinen Vater über seine nur zehn Jahre andauernde Herrschaft über England bis hin zu den Kreuzzügen, kann man dank den Power Metallern sich angespornt fühlen, etwas seine Geschichtskenntnisse aufzufrischen.

Wer das nicht will, dem bleiben immer noch die perfekt arrangierten Power Metal Kracher. „Hero“ ist da zunächst die größte Überraschung, denn der Track startet heftig mit einem Riff, dass auch von 5FDP oder MACHINE HEAD stammen könnte, schwenkt dann aber zum typischen Genretrack mit einem Mix aus Härte und Gefühl um, der dank Streichereinsatz auch an Dramatik zulegt. Mit „Heaven“ gibt es auch die obligatorische Ballade, die Georg fest im Griff hat, sich aber erneut von einer Dame unterstützen lässt, in diesem Fall von Katja (FAUN), während man für „The Final Crusade“ Frederica (SLEEPING ROMANCE) ins Boot holte. Beide Damen leisten super Arbeit. SERENITY machen wie eingangs erwähnt einfach ihr Ding und scheuen auch vor Experimenten nicht zurück. So ist „Rising Hight“ mit dem maritim tönenden Sing-a-long Chor sicher des einen Freud, des anderen Leid, da man hier etwas an der Kitschgrenze wandert, meiner Meinung nach aber damit voll ins Schwarze trifft. Der Happy-Metal Banger macht ungemein Spaß und wird live sicherlich gut abgehen. In eine ähnliche Kerbe schlägt man mit „Stand & Fight“, bei dem erneut Fabio D´Amore einige Leadvocals beisteuern darf. Seine leicht nasale und direktere Stimme gibt dem Song nochmal etwas mehr Pepp und bildet einen passenden Kontrast zu Georg. „The Fortress“ hingegen zeigt sich mit orientalischen Klängen und epischer Schlagseite ganz anders und zudem tiefgründiger und hätte mit den richtigen Ideen auch zum Longtrack ausgebaut werden können.

Ausfälle oder Durchhänger? Fehlanzeige, SERENITY können das Niveau mühelos halten und liefern mit dem mit Piano-Klängen durchzogenen „Fantasy“ noch einen verträumten, melodischen Stampfer, mit „Empire“ eine gefühlvolle, dynamische Hymne und ein dramaturgisch und emotional fesselndes Finale mit „My Finale Crusade“ bei dem es zum ersten Mal seit dem Debüt auch wieder ein paar Shouts zu verzeichnen gibt.

SERENITY erfinden mit „Lionheart“ das Genre sicher nicht neu, perfektionieren aber ihren sowieso schon immer starken Symphonic Power Metal nochmals weiter und erweitern diesen um ein paar Nuancen und liefern somit ein abwechslungsreiches, packendes und durchachtes Album. Für Genrefans ein absolutes Muss!

www.serenity-band.com


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Deus Los Volt
2. United
3. Lionheart
4. Hero
5. Rising Hight
6. Heaven
7. Kings Landing
8. Eternal Victory
9. Stand And Fight
10. The Fortress (Of Blood And Sand)
11. Empire
12. My Fantasy
13. The Final Crusade
Gesamtspielzeit: 54:30

maxomer
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Beitrag vom 24.10.2017
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