EGONAUT - The Omgea
Label: Mighty Music
Die schwedischen Heavy-Doom Rocker EGONAUT existieren bereits seit 2006, wagen nun aber nach drei Alben einen kleinen Neustart, denn Gitarrist und Bandgründer Frederik Jordanis, den manch einer vielleicht von ABLAZE und LAKE OF TEARS kennt, gab seine Gesangsverpflichtungen an Neuzugang Emil Kyrk ab, und das sollte sich als grandiose Entscheidung herausstellen, wie man auf „The Omega“ unweigerlich feststellen muss.

Die Schweden wissen einen von der ersten Sekunde an zu packen. „Initium“ prescht heftig, düster und bedrohlich aus den Boxen. Emil kommt mit fiesen, fast schon Death Metal-artigen Vocals daher, während sich die Riffs für Doom-Verhältnisse recht flott, aber dennoch irgendwie zähflüssig dahinwalzen. Rhythmik und dezente Keys sorgen zusätzlich für Atmosphäre, ehe der Fronter im Refrain emotional wird und alles gibt. Und schon jetzt hat mich „The Omega“ für sich gewonnen. Doch das soll es noch lange nicht gewesen sein. Es folgt das entspannter tönende, aber nicht minder starke „Alienati“, bei dem klar der Rock im Vordergrund steht. Vor allem kommt hier der große Trumpf der Band viel besser zum Tragen, denn dank genialen Orgelklängen, erinnert man an den großen 70s Rock, erschafft aber dennoch einen zeitlosen Sound. Auch hier kommt die Theatralik wieder gut zum Tragen, was sich aber vor allem in der Strophe auswirkt, während man im Refrain befreiter daher kommt. „Offerings“ ist das nächste und vielleicht größte Highlight. Hypnotisierende Keyboards werden bald von nicht minder intensiver Rhythmik begleitet. Beschwörend walzt man sich durch diesen Doom-Rocker, während Emil mit verführerischen Vocallines einlädt, mit ihm in die Welt von EGONAUT einzutauchen.

Die dichte Atmosphäre und dieser Sog könnten auch davon herrühren, dass sich die Schweden zum ersten Mal an ein Konzeptalbum wagten. Die Band beschreibt dieses Konzept mit eigenen Worten so: „The Omega is the first concept album from Egonaut and it tells the story of a seeker, trying to find his place in the modern world and what transpires when he finally finds it.” Dieses Thema spürt man auch förmlich im Sound, den EGONAUT selbst als Supersonic Doom´n´Roll bezeichnen, was es eigentlich auch wunderbar trifft.

Die Jungs schaffen es einfach eine einzigartige Doom-Atmosphäre zu erzeugen, indem sie diese 70s Elemente einweben, gut rocken, aber dennoch dem Genre möglichst treu bleiben. So treffen hier BLACK SABBATH und DEEP PURPLE der 70er auf Doom-Größen wie CANDLEMASS oder auch THE DOOMSDAY KINGDOM. Wirklich zitieren oder gar kopieren wollen EGONAUT aber auch nicht, denn die Schweden haben sich hier durchaus ihr ganz eigenes Ding kreiert und erzeugen damit einen süchtig machenden Sog, der eine Menge Freude bereitet. So kann man weiters mit abwechslungsreichem Material in From vom flotten Banger „The Pledge“, das wieder verdammt fies mit allerlei Growls daher kommt, dem hymnisch-schleppenden „Totentanz“, das auch cleane Gitarren einfließen lässt oder dramatischen Finale „Revelations“ weiter punkten. Danach gibt es nur eine logische Konsequenz: Repeat!

www.egonaut.se


7 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Initium
2. Alienati
3. The Abdication
4. The Pledge
5. Into The Eye
6. Awakenings
7. Totentanz
8. Deathsworn
9. Revelations
Gesamtspielzeit: 52:11

maxomer
Weitere Beiträge von maxomer

Weitere Beiträge über EGONAUT

CD-Bewertung
1 Stimme(n)
Durchschnitt: 7
[LESERCHARTS]
Deine Bewertung:
  



War diese Kritik hilfreich?
1 Stimme(n)
Durchschnitt: 7
Deine Bewertung:
  


Beitrag vom 31.10.2017
Zurück


Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: