POLARIS - The Mortal Coil
Label: Sharptone Records
Metalcore die siebenunddrölfzigste. Mit POLARIS hauen Nuclear Blast, beziehungsweise dessen Unterlabel Sharptone Records, das sich neben seiner Schwester aus Arising Empire Records vorrangig dem Metalcore widmet, das nächste sogenannte „große Ding“ raus. Mittlerweile frage ich mich aber, wer sich das noch anhört? Vielleicht haben jetzt POLARIS das Bummerl, aber nachdem mit WE CAME AS ROMANS, NOVELISTS oder ALAZKA schon durchwachsenes und vor allem extrem bekannt erscheinendes Material veröffentlicht wurde, kann ich das Gebotene auf „The Mortal Coil“ irgendwie nicht mehr hören.

Dabei machen die sehr nach Amis klingenden Australier als typische Metalcore Band alles, was der Fans einst so gern wollte. Aggressive Herangehensweise, eingängige Refrains, Breakdowns, ein paar Synthie/Keyboard-Spielereien und technisch einwandfreie Arrangements. Doch haben wir das einfach schon zigfach in den letzten 15 Jahren gehört, meist auf jeden Fall besser oder auch innovativer. Dass man im Bereich des Metalcore noch aus dem Genrekorsett ausbrechen kann, zeigen doch die Labelkollegen von MISS MAY I oder auch Granaten wie BEARTOOTH oder die motiviert tönenden EMIL BULLS und vom nächsten Schritt in der Genre-Evolution á la THE DILLINGER ESCAPE PLAN und Konsorten spreche ich erst gar nicht. Es muss ja nicht immer gleich das Rad neu erfunden werden, doch „The Mortal Coil“ liefert, wenn auch auf technisch hohem Niveau Musik 1:1 aus dem Metalcore-Lehrbuch übernommen, so dass man nach drei-vier Songs bereits in einen Blur verfällt und alles nur so an einem vorbeirauscht, ohne, dass irgend etwas davon hängenbleibt, und das obwohl POLARIS alles daran setzen im Ohr hängen zu bleiben, denn nach jedem aggressiven Shouts und modernen Riffs, kommt man stets mit cleanen, eingängigen Vocals daher, diese wirken oft aber gezwungen und verursachen nicht selten ein Déjà-vu. „Frailty“ schreckt auch nicht vor sperrigen Breakdown-Orgien zurück, bei „In Somnus Veritas“ versucht man zuerst mit ruhigen Synthies und in Folge dessen mit schrillen Gitarren und hysterischen Shouts Atmosphäre aufzubauen und „Dusk To Day“ biedert sich als fast komplett clean gesungener Track als Single an, kann aber heute auch kaum Akzente setzen.

Ich würde „The Mortal Coil“ definitiv nicht als schlecht bezeichnen, doch POLARIS haben das Fass nun dezent zum Überlaufen gebracht. Wäre das Album vor zehn oder 15 Jahren erschienen, gäbe es eigentlich so gut wie nichts zu bemängeln, doch was hier zu Hören ist, nutzt sich dermaßen schnell ab und nervt schon im ersten Durchgang, weil man das alles einfach schon zu oft bekommen hat. Wer nicht genug vom typischen Metalcore bekommen kann, Veränderungen scheut oder einfach neu im Genre ist, kann gerne zwei Punkte drauf legen, alle anderen sollten sich etwas Spannenderes suchen.

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3.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Lucid
2. The Remedy
3. Relapse
4. Consume
5. Frailty
6. In Somnus Veritas
7. Dusk To Day
8. Casualty
9. The Slow Decay
10. Crooked Path
11. Sonder
Gesamtspielzeit: 42:00

maxomer
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Beitrag vom 02.11.2017
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