COMMUNIC - Where Echoes Gather
Label: AFM Records
Gut zwölf Jahre ist nun das Debüt von den Prog-Shooting Stars COMMUNIC nun schon alt, unglaublich ist dabei die Tatsache, dass wir nun die Hälfte dieser Zeit auf das insgesamt fünfte Album des norwegischen Trios warten mussten. Mit neuem Label im Rücken veröffentlichen die Herren rund um Odleif Stensland nun endlich nach zahlreichen Verzögerungen „Where Echoes Gahter“. Sowohl der Delay als auch der Titel sind dabei alles andere als Zufall. Die Perfektionisten haben sich auch hier etwas gedacht. Bereits 2012 sammelte der Mastermind und Fronter Ideen, nahm sich dann ein Jahr Auszeit für sein Neugeborenes, beziehungsweise seine ganze Familie. Viele Ideen wurden aber wieder in die Schublade gepackt, denn Odleif hatte genau in jener Lade zahlreiche alte Ideen, die teilweise schon 20 Jahre alt waren und das Gefühl, es wäre nun an der Zeit diese endlich zu vollenden. Daher auch der Titel, der 2014 mit den ersten Aufnahmen entstand, ehe Drummer Tor Atle seine Zwillinge erwartete, was den Release nochmal raus schob, da COMMUNIC diesen Release auch adequat supporten wollten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Warten hat sich gelohnt! Als geistiger Nachfolger von NEVERMORE haben COMMUNIC auch heute noch genügend Ähnlichkeiten mit den Amerikanern, sich aber bereits mit dem Debüt „Conspiracy In Mind“ eine gewisse eigene Note gesichert. Im Gegensatz zu „The Bottom Deep“ gehen die Norweger nun aber wieder weniger melancholisch zur Sache, auch wenn der Grundton noch reichlich düster ist. Dass man hier Material, das teilweise zwei Dekaden alt sein soll, verarbeitet hat, spürt man nicht, das Trio tönt modern genug und der druckvolle Sound tut sein Übriges dazu. Reichlich sperrig kommt zwar der erste Doppelschlag „Pulse Of The Earth Pt.1: The Magnetic Center“ und „Pt: Impact Of The Wave“ daher, doch die akuten Tempiwechsel, das leicht thrashige Riffing und die unverkennbare Stimme von Odleif, der gerne seinen Gesang bedrohlich in die Länge zieht, zeugen nicht nur von der Treue zu den eigenen Wurzeln, sondern auch qualitativer Hochwertigkeit, auch wenn es schon einige Runden dauert, bis der Doppel-Opener wirklich zündet. Dass man wieder weniger depressiv, aber doch düster unterwegs ist, zeigt auch der Wechsel zurück zu sozialkritischen Themen im ebenfalls als Doppelsong angelegten Titeltrack, der mit „As the media eye remains corrupt,...as the media eye twisting the truth“, eine klare Aussage trifft.

Es folgt mit „Moondance“ der wohl geerdetste Track, der aber nicht minder unter die Haut geht. Mit ruhigerem Unterton und cleanen Gitarren entfaltet sich der Song zu einem weiteren Highlight, während „Black Flag Of Hate“ dem Titel entsprechend nach einem flotten Bass-Solo härtere Geschütze auffährt und die Thrash-Ader nun komplett freilegt. „Where History Lives“ schließt an die Opener an und zeigt sich als dynamischer Prog-Brocken mit zahlreichen Tempiwechsel und hymnischer Schlagseite. Melodischer startet das letzte Doppelstück „The Claws Of The Sea“, das erneut ausgeklügelte Arrangements, zahlreiche Soli und alle weiteren wichtigen Trademarks der Band vereint und dementsprechend auch seine Zeit braucht um zu zünden.

Zwar kann „Where Echoes Gather“ nicht mehr so überraschen wie die ersten beiden Werke und ist mit seiner schwermütigen und weniger direkten Art nicht mit Hits wie „At Dewy Prime“ oder „Fooled By The Serpent“ gesegnet, sollte aber Fans des Genres mühelos begeistern, zumal COMMUNIC nichts verlernt haben und immer noch ohne LineUp Wechsel als felsenfeste, eingespielte Einheit dastehen. Auch das fünfte Album der Norweger ist über jeden Zweifel erhaben.

www.communic.org


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Pulse Of The Earth (Pt.1: The Magnetic Center)
2. The Pulse Of The Earth (Pt.2: Impaget Of The Waves)
3. Where Echoes Gather (Pt.1: Beneath The Giant)
4. Where Echoes Gather (Pt.2: The Underground Swine)
5. Moondance
6. Where History Lives
7. Black Flag Of Hate
8. The Claws Of The Sea (Pt.1: Journey Into The Source)
9. The Claws Of The Sea (Pt.2: The First Moment)
Gesamtspielzeit: 53:34

maxomer
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Beitrag vom 06.11.2017
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