36 CRAZYFISTS - Lanterns
Label: Spinefarm Records
Die Jungs aus Alaska sind allen Dramen und Problemen zum Trotz nun mit Album #7 zurück und zeigen sich demnach emotionaler denn je. „Time And Trauma“ war schon intensiv, heftig und tiefgründig. Bei „Lanterns“ meldet sich Frontmann Brock Lindow, der sich nach seiner Scheidung erstmal auf einem Fischkutter in die Einsamkeit flüchtete um über sein Leben nachzudenken, mit seinen Jungs nun noch intensiver zurück.

Schon „Death Eater“ ist ein Spagath zwischen Aggression und Traurigkeit, die Brock hier perfekt mit gequälter Stimme präsentiert, während man dynamisch, aber auch etwas sperrig immer wieder im Tempo variiert. „Wars To Walk Away From“ nimmt das Tempo etwas zurück und gibt sich bedrohlich, aber auch eingängiger. Mehr Melodien gepaart mit der nach wie vor emotionalen, aber etwas optimistischeren Stimme, machen den Song zum Live-Kandidaten. Hinzu kommen einige Hardcore-affine Elemente, sowie ein rauerer Unterton, im Gegensatz zum modern anmutenden Vorgänger, das sich durchs ganze Album zieht. Die Trademarks sind aber defnitiv da und auch neben der Stimme von Brock hört man so manch typisches Element der Band heraus. Dennoch ist „Lanterns“ das wohl dunkelste und sperrigste Werk der 36 CRAZYFISTS, was es Fans zunächst echt nicht leicht macht.

Das macht das siebte Werk der Herren sicher nicht schlechter als andere der Bandgeschichte, doch verlangt es einem einfach mehr ab, was vielleicht Fans von Bands des Genres eher weniger gewohnt sind – nimmt man so manch LAMB OF GOD Song vielleicht außen vor. Dazu kommt, dass man durch die deprimierende, traurige Marschrichtung auch etwas an Abwechslung einbüßt und einen dezenten Blur einsetzen lässt. Dieser lässt sich aber mit eingehender Beschäftigung mit dem Songmaterial irgendwann umgehen. „Sea And Smoke“ kommt hymnischer daher und sticht daher mit treibendem Riffing dezent heraus, die Akustik-Lagerfeuer Nummer „Where Revenge Ends“ lockert zudem auf und lässt den Fronter auch mal in tieferen Regionen agieren, während „Sleepsick“ richtig böse aus den Boxen donnert und härtere Geschütze auffährt. Gegen Ende gibts dann noch ein paar Highlights in Form von „Old Gold“, der mit Post-Core Elementen und dichter Atmosphäre punktet, wohingegen „Dark Corners“ mit cleaner Gitarre nochmale emotionale Geschütze auffährt, an den grandiosen Titeltrack des Vorgängers kommt man aber nicht mehr ran.

„Lanterns“ wird die Fangemeinde womöglich spalten. Qualitativ kann man diesem mit Herzblut gefüllten Machwerk definitiv nichts vorwerfen, stilistisch kommt das aber sogar für 36CF verdammt schwermütig und anstrengend daher, weshalb man womöglich eher zu einem älteren Werk greift, wenn man Lust auf die Truppe hat. Doch gerade zur Herbstzeit passt diese Marschrichtung ganz gut und wirkt auch nach dem Erlebten vom Frontmann definitiv ehrlich, authentisch und sympathisch.

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5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Death Eater
2. Wars To Walk Away From
3. Better To Burn
4. Damaged Under Sun
5. Sea And Smoke
6. Where Revenge Ends
7. Sleepsick
8. Bandage For Promis
9. Below The Graves
10. Laying Hands
11. Old Gold
12. Dark Corners
Gesamtspielzeit: 42:51

maxomer
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Beitrag vom 27.11.2017
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