WHITE MOUNTAIN - The Delta Sessions
Label: White Mountain Music
Auch wenn WHITE MOUNTAIN eigentlich ein Solo-Projekt ist und erst seit 2013 existiert, ist „The Delta Sessions“ eines der ambitioniertesten Werke des Jahres. Der Hamburger Multi-Instrumentalist und Produzent Mirko Ertmer hatte die Vision verschiedenste Genres und Einflüsse zu einem Ganzen zu formen und auf ein Album zu bannen und das ist dem Mann mit diversen Gastsängern auch gelungen.

Auch wenn die Gäste mit Jackie Koopmann, Nina Jiers, Lorenza Vand, Jochen Miller oder Marc Warncke nun nicht großartig bekannte Namen im Metal-Reich sind, so hat sich Mirko dennoch begnadete Vocalisten besorgt, die seinen Mix aus Prog, Art, Pop, Rock und Metal, der unter anderem auch mit diversen Synthesizern aufgepeppt wurde, veredeln.

Das Album lässt sich zunächst Zeit, macht aber sofort klar, dass man hier eine tiefgründige Geschichte erzählen will. Die einzelnen Kapitel werden verbal angekündigt und mit einem gut dreiminütigem Intro, bei dem dezenter weiblicher Gesang und cleane Gitarren eingesetzt werden, wird man in die Klangwelt von WHITE MOUNTAIN eingeführt, ehe mit „Make A Wish“ ein Groove-Monster über uns hereinbricht. Synthies untermalen den Song und schaffen Atmosphäre, während tighte Rhythmik und prägnante Riffs das Ruder übernehmen. Doch Jackie Koopmann stiehlt hier mit rauer Stimme die Show. Ein echter Kracher, dem mit „Trail Of The Snake“ folgt und eine ganz andere Richtung einschlägt. Ein düsterer, bedrohlicher Rocker, bei dem vor allem der mehrstimmige Gesang, der natürlich von der berühmtesten Schlange der Geschichte erzählt und das perfekt in Szene setzt. Was für ein Gänsehaut-Track. Für den grandiosen Gesang ist Jochen Miller (Ex-DEAF NUTS) verantwortlich. Mit dem positiven Piano-Stück, das auch in jedem Disney-Film als Soundtrack Platz hätte, gegen Ende aber dann doch richtig heftige Riffs einbaut, geht es nahtlos weiter. Spätestens hier sollte jedem klar sein, was Mirko Ertmer für ein begnadeter Instrumentalist und Songwriter ist. Hier kommen auch ein paar Ambient-Einflüsse zum Tragen. Die Kreativität des Hamburgers kennt scheinbar kein Grenzen.

Auch für das Konzept hat man sich reichlich Mühe gegeben. In fünf Kapitel unterteilt, erzählt Mirko die Phasen des Lebens, die jeder Mensch durchläuft. Dementsprechend ist „The Delta Sessions“ ein emotionales und abwechslungsreiches Werk, das es zu erforschen gilt. Egal ob die ruhige Akustik-Ballade „My Winds“, das mit cooler Percussion und elektronischen Elementen versehene Modern Metal Stück „The Sadness Of Your Chains“ oder das Gothic-lastige „We Don´t Care“, bei WHITE MOUNTAIN wirkt dennoch alles wie aus einem Guss und ergibt im Kontext des Konzepts auf jeden Fall Sinn. Da haben dann auch Prog- und Drone Elemente mühelos Platz.

WHITE MOUNTAIN ist auf die ganze Distanz sicher keine leichte Kost und benötigt ein paar Durchläufe, doch der eine oder andere Hitkandidat kristallisiert sich sofort heraus, weshalb man schon bald nicht mehr von „The Delta Sessions“ los kommt. Ein ambitioniertes Album, das mutig verschiedenste Stile zu einem starken Ganzen kombiniert und dabei auch noch Tiefgang beweist.

www.whitemountain-music.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Belicose Wolf
2. Make A Wish
3. Trail Of The Snake
4. Happiness By Chance
5. My Winds
6. The Sadness Of Your Chains
7. Northern Soul
8. A Way To Stay Alive
9. Real Life
10. Constant Chaos
11. Drowning
12. Like Above So Below
13. The Link
14. We Don´t Care
15. The Creature
Gesamtspielzeit: 71:04

maxomer
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Beitrag vom 19.12.2017
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