OPERATION: MINDCRIME - The New Reality
Label: Frontiers Records
Mit The „New Reality“ beendet Geoff Tate, der einstige QUEENSRYCHE Sänger, seine überambitionierte, sozialkritische Trilogie, die mit „The Key“ startete und mit „Resurrection“ weitergeführt wurde. Der Bandname OPERATION: MINDCRIME wird ja von bösen Zungen hergenommen um die Alben zu zerlegen, denn diese finden es schon fast kriminell, was der einstige Held des Progressive Metal mit dem Erbe von QUEENSRYCHE angestellt hat.

Während seine ehemaligen Kollegen mit dem Namensrecht noch zwei wirklich gelungene Prog-Metal Alben raushauten, verstrickt sich Geoff mit seinem Projekt in zerfahrene, oft nur so dahinplätschernde Prog-Songs, die zwar den einen oder anderen guten Part, Ansatz oder Idee bemerken lassen, als Ganzes aber einfach nicht zünden wollten. Und das hat sich auch beim dritten und eventuell letzten Werk von OPERATION: MINDCRIME nicht geändert. Geoff gibt sich zwar variabel, bleibt aber meist in tieferen, ruhigen Regionen, während das Riffing recht lasch dahinplätschert und das eine oder andere Saxophon-Stück oftmals deplatziert auf die Nerven geht. Dazu gesellen sich zahlreiche Synthies, Effekte und moderne Elemente, die das Konzept womöglich unterstreichen sollen. Das geht soweit, dass bei „My Eyes“ Erinnerungen an alte FEAR FACTORY Balladen wach werden. „A Head Long Jump“ will hingegen als Opener nicht so recht erklären, ob er ein Intro oder doch ein Song sein will. Geoff verwendet hier, wie auch oft später, überflüssigen Auto-Tune. Das folgende „Wake Me Up“ kann mit treibendem Riff und direkterem Songwriting noch als gelungenster Track bezeichnet werden und erinnert sogar an QUEENSRYCHE, wohingegen „It Was Always You“ wieder ruhig, zerfahren und mit überpräsentem Drumming irrtiert. Songs wie „The Fear“, das Instrumental „A Guitar In Church“ oder „All For What“, das noch am ehesten durch nervige Synthies auffällt, plätschern hingegen ohne merklichen Impact an einem vorbei. Der 8-minütige Titeltrack kann zumindest mit einem guten Spannungsbogen aufbauen und „Under Control“ hat auch seine Momente, womit wir nun auf drei gelungenen Songs sind.

Eigentlich wollte Geoff ja die drei Teile im Halbjahrestakt veröffentlichen, gedauert hat es ja dann aber doch jeweils ein Jahr. Nimmt man alle drei Alben zusammen, könnte man nun wahrscheinlich ein ordentliches, aber immer noch nicht essentielles Album daraus basteln. Wohin Geoff Tate, das einstige Stimmwunder, mit seiner OPERATION: MINDCRIME hier hin will, bleibt alten Fans schleierhaft, aber auch für eine andere Zielgruppe ist das hier einfach zu lasch und oftmals schlichtweg langweilig. Zumindest eine gute Portion Emotion und technisches Können der einzelnen Musiker, kann man dem Album nicht absprechen. Hoffentlich orientiert sich der Amerikaner nun um, egal ob mit diesem oder einem anderen Projekt.

operationmindcrime.com


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. A Head Long Jump
2. Wake Me Up
3. It Was Always You
4. The Fear
5. Under Control
6. The New Reality
7. My Eyes
8. A Guitar In Church
9. All For What
10. The Wave
11. Tidal Change
12. The Same Old Story
Gesamtspielzeit: 60:45

maxomer
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Beitrag vom 22.12.2017
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