MORBID ANGEL - Kingdoms Disdained
Label: Silver Lining Music
Ohne Intro oder sonstigem dramaturgischen Auftakt prescht der erste Song „Piles Of Little Arms“ als Opener des neuen Albums „Kingdoms Disdained“ los. Bereits bei diesem stark Drum-lastigen Track merkt man, dass es wieder etwas roher und rauer zugeht. MORBID ANGEL haben in der Vergangenheit jedoch schon ausgefeiltere Songs abgeliefert. Wie eine Kreissäge schneidet sich das Gitarrensolo gegen Ende durch die dumpfen Bassrhythmen. Auch der nachfolgende Track „D.E.A.D.” greift diesen Sound und die musikalischen Dissonanzen auf. Der Song ist etwas langsamer, dafür aber auch brutaler und zeigt den typischen MORBID ANGEL Spirit schon eher.

Bei „Garden Of Disdain” gibt es reichlich Drum geknüppel von Scott Fuller bevor sich die Growls von Steve Tucker dahinziehen, welche mit ordentlich Hall hinterlegt wurden. Dies spricht nicht unbedingt für den Song, der sich in etwa so anhört, wie ein Gefängnisaufstand bei dem die Sirenen aufheulen und der Wärter durch das hallende Mikrofon brüllt. Dies kann auch mit dem Song „Architext And Iconoclast” nicht annähernd gut gemacht werden, bei welchem Tucker passend zum Titel des Albums, mit dunkler und giftiger Voice ins Mic rotzt, sodass man die Abscheu in seiner Stimme hören kann.

Obwohl viele MORBID ANGEL Alben zu den absoluten Metal Klassikern gehören, wird sich das neue Album wohl nicht in diese Liga einordnen können. Ziemlich monotone Tracks die ohne einen Anhaltspunkt dahinschleifen und trotz brachialen Riffings kaum Spuren hinterlassen. Nach dem experimentellen Vorgänger „Illud Divinum Insanus“ wirkt dieses Album wie eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Death Metal. Nachdem David Vincent seit 2015 weg von der Partie ist, wurde auf den ehemaligen Sänger Steve Tucker zurückgegriffen, der mit „Gateways to Annihilation“ auch schon bessere Seiten gezeigt hat.

Zwar ist „The Pillars Crumbling” gesanglich ganz nett, dafür gibt es ein schräges Gitarrensolo von Trey Azagoth das man nicht unbedingt in einen Death Metal Song erwartet hätte. Bei „Declaring New Law” steht wiederum kontinuierliches Getrommel im Vordergrund und eine misanthropische Beschwörung von Tucker, die von seichten Klängen begleitet wird.

Gegen Ende des Albums gibt es jedoch noch ein paar Tracks die eher an MORBID ANGEL erinnern, auch wenn diese musikalisch nichts mehr reißen. Wie zum Beispiel beim Track „From The Hand Of Kings” wo man typische MORBID ANGEL Riffings findet und der auch sonst solide gespielt ist. Zum Schluss wird dann mit „The Fall Of Idols” wieder an Geschwindigkeit zugelegt und vielleicht noch einer der besseren Tracks dieses Albums zum Abschluss gebracht.

www.morbidangel.com


4 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Piles Of Little Arms
2. D.e.a.d.
3. Garden Of Disdain
4. The Righteous Voice
5. Architext And Iconoclast
6. Paradigms Warped
7. The Pillars Crumbling
8. For No Master
9. Declaring New Law (Secret Hell)
10. From The Hand Of Kings
11. The Fall Of Idols
Gesamtspielzeit: 47:46

Veronica de Groot
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Beitrag vom 08.01.2018
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