LEGEND OF THE SEAGULLMEN - Legend Of The Seagullmen
Label: Dine Alone Records
Wenn einer der MASTODON Jungs ein neues Projekt oder eine neue Band startet, dann muss das geil werden, wie ich bereits bei KILLER BE KILLED vorhersagte – und Recht behielt. Vor allem, da sich die Männer auch immer extrem vielversprechende Partner dafür aussuchen. Während sich Troy Sanders gemeinsam mit den Sängern von SOULFLY und THE DILLINGER ESCAPE PLAN austobte, startet nun Brent Hinds gemeinsam mit dem TOOL-Trommler Danny Carey – wo auch immer er diesen ausgegraben hat – LEGEND OF THE SEAGULLMEN. Dazu sollen sich noch ein paar namhafte Gäste gesellen, mehr als diese Info habe ich leider aber nicht bekommen oder herausfinden können.

Man stelle sich jetzt einfach einen Mix aus MASTODON und TOOL vor, mengt dazu einen maritimen Unterton, sowie lyrisches Konzept dazu... und et voila: ein kleines Meisterwerk des Stoner/Sludge Grunge ist geboren!

Das Debüt „Legend Of The Seagullmen“ für das ein gewisser David „The Doctor“ Dreyer erwählt wurde und mit dem zweiten Gitarristen und Hollywood Regiseur, Jimmy Hayward sowie dem dritten Axt-Schwinger Tim Dawson, Basser Peter Griffin (nein nicht der Family Guy) und Chris DiGiovanni an den Synths komplettiert wird, begeistert schon von der ersten Minute. Der hypnotisierende Beat von „We Are The Seagullmen“ zieht ebenso wie die eingespielten Samples, die staubtrockenen, aber wuchtigen Riffs und die süchtig machenden Vocals in den Bann. Dreyer singt recht tief, erinnert zuweilen an Peter Steele, aber würde auch mühelos bei MASTODON eine gute Figur machen. Da passt es auch, dass der rock´n´rollige Ausreißer „Legend Of The Seagullmen“ mit genialem Groove und treibender Rhythmik an TYPE O NEGATIVEs Ausflüge in das Genre gemahnt. Abgesehen davon herrscht in erster Linie düstere, beklemmende Stimmung. „The Fogger“, das bereits vorab veröffentlicht wurde, entfaltet erneut diese hypnotische Stimmung, mixt aber modernen Sound mit Grunge-Feeling und trumpft mit genialem Refrain auf. „Shipswreck“ nimmt das Tempo etwas zurück und kombiniert nun 70s Feeling mit Stoner Rock Riffs. Und auch wenn LotSM in verschiedensten Genres fischt, so behalten die amerikanischen Seemänner stets den Roten Faden und machen das Album zu einem grandiosen Ganzen. „Curse Of The Red Tide“ klingt zunächst nach einer traurigen Ballade, schüttelt das Feeling zwar über die fast sieben Minuten nie ab, zieht aber dann doch noch gut an. Das psychedelische „The Orca“ bleibt jedoch in seiner drückenden Stimmung gleich, überzeugt aber erneut durch die Gitarrenarbeit von Brent und seinen Kollegen.

Apropos Gitarrenarbeit; bei „Rise Of The Giant“ toben sich die drei Gitarristen dann komplett an den sechs Saiten aus, lassen Blues, Hard Rock sowie erneut Stoner und Grunge einfließen, während Dreyer mit rauer Stimme seine Geschichte in verschiedenen Tonlagen, Geschwindigkeit und Intensität erzählt. Ein gewaltiges Rock-Epos komprimiert auf knapp fünf Minuten, das seinen Effekt nicht verfehlt. Den Abschluss macht dann die Western-Nummer „Ballad Of The Deep Sea Diver“, das einem legendären ENNIO MORRICONE mehr als gekonnt Tribut zollt und dieses Meisterwerk mehr als gelungen abschließt.

Wie Brent Hinds neben seiner unermüdlichen Arbeit mit MASTODON, dem vielen Touren und den regelmäßigen Releases, so ein Werk mit seinen neuen, musikalischen Gefährten vollbringen konnte ist mir mehr als schleierhaft, aber ich bin einfach froh, dass er es getan hat. Fans der genannten Bands und Genres müssen hier zugreifen und sich von LEGEND OF THE SEAGULLMEN mit hinaus in fremde Gewässer wagen.

theseagullmen.com


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Wer Are The Seagullmen
2. The Fogger
3. Shipswreck
4. Curse Of The Red Tide
5. Legend Of The Seagullmen
6. The Orca
7. Rise Of The Giant
8. Ballad Of The Deep Sea Diver
Gesamtspielzeit: 37:30

maxomer
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Beitrag vom 05.02.2018
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