ATOMWINTER - Catacombs
Label: Trollzorn
Es soll ja schon mal vorkommen, dass man in Promotexten und Reviews Bands mit anderen Bands vergleicht. Macht ja durchaus Sinn. Weniger Sinn macht es allerdings, wenn diese Bandvergleiche teilweise an den Haaren herbeigezogen wirken, nur im vielleicht ein paar Klickzahlen zu generieren. Da kann ein Album noch so gut sein, es bleibt immer ein fader Beigeschmack. Man liest so etwas wie „Das Album X der Band Y klingt wie ASPHYX zu ihren Anfangszeiten“. Man hört sich das Album an, es ist gut, aber es klingt überhaupt nicht nach ASPHYX, und das schmälert einfach den Hörgenuss. Da können die Songs noch so gut sein, da ist ist einfach dieser fade Beigeschmack.

Jetzt haben wir genau so einen Fall, wo eine Band mit ASPHYX verglichen wird, und zwar ATOMWINTER aus Deutschland. Wortwörtlich heißt es hier: „Seine Inspiration zieht das Quartett unüberhörbar aus ASPHYX, BOLT THROWER und anderen lupenreinen Death-Metal-Bands.“ Also legen wir los, das Cover sieht schon mal sehr vielversprechend aus, und das Intro ist stimmig. Schon mal ein guter Start, aber was die Mannen gleich mit dem Titeltrack „Catacombs“ abliefern ist Death Metal der absoluten Extraklasse. Selten hat ein Bandvergleich so sehr aufs Auge gepasst wie hier. Und es wird fröhlich weiter geknüppelt. In der Mitte des Albums verbirgt sich in den Katabomben der Track „Ancient Rites“ der ohne Übertreibung genau so gut auf „The Rack“ von ASPHYX gepasst hätte. Erst wird richtig durchgeprügelt, das die Nackenmuskeln beim Headbangen richtig schön strappaziert werden, dann geht man über in einen richtig bösen Doom-Abschnitt bevor am Ende nochmals der Turbo gezündet wird.

Genau das macht dieses Album einfach aus, es wird nicht einfach nur hirnlos auf das Death Metal Gaspedal getreten. Nein, es gibt mit gelegentlichen groovigen Passagen kurz Zeit ein wenig zu verschnaufen, aber ohne den Songs damit zu schaden. Einfach die Mischung aus richtig schönem und bösem Death Metal und gelentlich ein paar Doom Passagen passen wie die Faust auf’s Auge.

Man könnte meinen, dass ATOMWINTER zu Beginn der 90er Jahre eingesperrt, und 2010 (Jahr der Bandgründung) wieder rausgelassen worden wäre. Natürlich ist „Catacombs“ kein neues „The Rack“ (ASPHYX, 1991) oder „Realm Of Chaos“(BOLT THROWER, 1989), aber man kann hier einfach nicht viel aussetzen, weniger als 6 Punkte wäre ungerecht. Old School Death Metal mitten in die Fresse, und man merkt der Band an, dass sie Spaß dabei haben. So muss es sein.

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6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Intro
2. Catacombs
3. Dark Messiah
4. Sadistic Intent
5. Ancient Rites
6. Gathering Of The Undead
7. Carved In Stone
8. Necromancer
9. Morbid Lies
10. Funeral Of Flesh
Gesamtspielzeit: 39:58

Lödius
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Beitrag vom 19.02.2018
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