WE SELL THE DEAD - Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full
Label: Edel (earMusic)
WE SELL THE DEAD verkaufen auf den ersten Blick gleich ein interessantes Konzept mit ihrem düsteren Comic-Artwork auf dem nicht unbekannte Musiker gezeigt werden. Man sollte meinen, Niclas Engelin, der schon seine Band ENGEL für IN FLAMES immer wieder vernachlässigt, wäre zu beschäftigt, doch gemeinsam mit HIM Drummer Gas Lipstick gründete der Schwede nun eine neue Band. Weitere Verstärkung gibt es in Form von Jonas Lättung, der gemeinsam mit Niclas und dem Fronter von MUSTASCH, die Truppe DRÖMRIKETS betreibt, sowie Apollo Papathanasio (Ex-FIREWIND, SPIRITUAL BEGGARS). Eine interessante und überraschend weit auseinander erscheinende Kombination, die hier hinter dem Debüt „Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full“ steht.

Geboten wird düsterer, bedächtiger Metal, der von der viktorianischen Ära inspiriert sein soll, was sich auch in der visuellen Komponente und den Texten niederschlägt. Dabei hat sich die Band die Frage gestellt, wie es wohl klingen könnte, wenn Jack The Ripper in einer Metal Band gespielt hätte. Nach WE SELL THE DEADs Ansicht, sehr melancholisch, aber nicht unmelodisch. Die acht Kompositionen bleiben stets in gemächlichem Bereich, leben vor allem durch Apollos eindringliche Stimme sowie dem düsteren Riffing von Engelin, während die Rhythmiker gezielt langsam, aber effektiv zu Werke gehen.

Doch mit „Echoes Of An Ugly Past“ tut man sich zunächst keinen Gefallen, denn die mehr als sechs Minuten ziehen sich schon gewaltig, auch wenn Riffing und Rhythmik, wie gerade erwähnt eine gute Stimmung erzeugen. Da kann das kürzer gehaltene „Leave Me Alone“, das dezente IN FLAMES Einflüsse in der Gitarrenarbeit nicht verleugnen kann und insgesamt etwas optimistischer tönt, schon mehr überzeugen, aber auch hier fehlt mir der große Moment oder das gewisse Etwas. „Imagine“ legt dann sogar an Tempo und Heaviness zu und geht sogar ins Ohr. Der Mix aus Gothic, Metal, Doom, Wave und etwas Pop funktioniert hier zum ersten Mal so richtig. Die Chöre im Hintergrund scheinen eine Art Markenzeichen von WE SELL THE DEAD sein zu wollen und gefallen hier bisher am besten. So geht es auch gleich weiter, denn auch „Turn It Over“ rockt und geht ins Ohr. Da kommt abgesehen vom eingebauten Bombast, der der Truppe gut zu Gesicht steht und nun auch endlich das gewisse Etwas hervorblitzen lässt, fast schon DANZIG in den Sinn. Überraschend hervorstechen vermag dann noch „Too Cold To Touch“, bei dem offensichtlich jemand anderes das Micro übernommen hat und mit tiefer Erzählstimme zu minimalistischer Instrumentierung in Form von Akustik-Gitarre, Klavier und Streicher unter die Haut geht. In Zukunft bitte mehr davon! „Trust“ ereilt fast das gleiche Schicksal wie den Opener. Der hymnische Gothic-Stampfer hätte in kürzerer Fassung durchaus mehr Effekt, hat aber ein cooles Solo. Da kommt „Pale And Perfect“ heavier und dynamischer daher und „Silent Scream“ kann dann nochmal mit Abwechslung und einigen gelungenen Stimmungswechsel punkten.

„Heaven Doesn´t Want You And Hell Is Full“ nutzt leider nicht das Potential, das die Truppe immer wieder zeigt. Apollo ist über jeden Zweifel erhaben und auch die Gitarrenarbeit weiß zu überzeugen, leider verzettelt sich die Truppe immer mal wieder in belanglosen Parts und machen ihr Debüt gewaltig mühsam. Ideen wie „Too Cold To Touch“ oder rockigere Nummern reissen das Album der Schwedisch-finnischen Truppe dann wieder raus. Das Debüt von WE SELL THE DEAD hat seine Momente, braucht aber etwas zu lange um zu zünden und hat einige Durchhänger. Fans der düsteren Gothic/Doom Richtung und vor allem von Apollos Stimme sollten dennoch einen Versuch wagen.

www.wesellthedead.com


4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Body Market
2. Echoes Of An Ugly Past
3. Leave Me Alone
4. Imagine
5. Turn It Over
6. Too Cold To Touch
7. Trust
8. Pale And Perfect
9. Silent Scream
Gesamtspielzeit: 42:30

maxomer
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Beitrag vom 01.03.2018
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