KILL RITUAL - All Men Shall Fall
Label: Dissonance
Im Hause KILL RITUAL hat sich in den letzten Jahren im Besetzungskarussell immer gewaltig etwas getan. So auch dieses Mal, denn seit dem letzten Werk „Karma Machine“, das schon zwei neue Mitglieder präsentierte, wird nun mit Byron Nemeth, der bisher bei Truppen wie SACRED HEART, MAYHEM (nicht zu verwechseln mit der Black Metal Legende), AMON-RA oder PRODIGY (nein, nicht die Industrial Pioniere), tätig war, vorgestellt.

Dennoch liefern die Amerikaner auch auf ihrem vierten Werk „All Men Shall Fall“ wieder thrashig-düsteren US-Heavy/Power Metal, der nicht selten an IMAGIKA, dessen Ex-Gitarrist auch die Band gründete, oder auch entfernt an JAG PANZER, NEVERMORE oder BRAINSTORM und PARADOX aus Deutschland, erinnert. Die Symbiose aus Thrash und Power Metal funktioniert auch ganz gut. Während der Power Metal in der dezenten Melodieführung und die recht cleanen Vocals immer wieder mal durchschimmert, kommt der Thrash eher in Rhythmik und Riffing zum Tragen. Frontmann David Reed Watson macht eine sehr gute Figur und scheint offensichtlich auch reichlich Spaß an seiner Arbeit zu haben. Die Songs sind aber ebenfalls oftmals recht verspielt und vollgepackt mit coolen Soli, Leads, Riffs oder Beats, die man meist gar nicht so erwarten würde. Auch ein paar dezente Keyboards gibt es immer wieder im Hintergrund, die beispielsweise im nicht minder verspielten Titeltrack für Atmosphäre sorgen. Richtig gegroovt wird dafür bei „Megalomaniac“, das irgendwo zwischen den genannten BRAINSTORM, aber auch PANTERA schwankt. Emotionen werden auch im ICED EARTH-lastigen „Save Yourself“, das durchaus als Power Ballade bezeichnet werden kann, gezeigt.

Man merkt schon, dass sich KILL RITUAL für ihr viertes Werk richtig ins Zeug gelegt und viele Gedanken gemacht haben. Das Album ist somit das reifste und abwechslungsreichste der Bandgeschichte, dem man zudem auch anmerkt, dass die Band besser eingespielt ist und demnach auch optimal harmoniert. Nur „A Re-Imagining“ mitten im Album mit cleanen Radio-Rock Gitarren und seinem Feel-Good Vibe und das ebenfalls sehr rockige „Heart Collector“ fallen komplett aus dem Rahmen. Durch solch Experimente wirkt „All Men Shall Fall“ trotzdem an manchen Stellen wie eine Art Neufindungsphase, was aber nicht zu sehr ins Gewicht fallen sollte, vor allem, da man im finalen Trio wieder traditioneller zu Werke geht tritt. „Sins“ gibt gut Stoff, „Lies“ zeigt die hymnische Seite nochmal auf und „Kage“ die Fähigkeit berührende (Power)-Balladen zu schreiben.

„All Men Shall Fall“ ist ein starkes Power Metal Album mit einer deftigen Prise Thrash, das kaum Grenzen kennt, Experimente wagt und so eigentlich Fans der genannten Bands durchwegs gefallen sollte. Wer den Vorgänger mochte kann sowieso bedenkenlos zugreifen.

killritual.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Tales Of Woe
2. This Addiction
3. All Men Shall Fall
4. Megalomaniac
5. Save Yourself
6. A Re-Imagining
7. Dead Men On The Water
8. Heart Collector
9. Sins
10. Lies
11. Kage
Gesamtspielzeit: 53:14

maxomer
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Beitrag vom 09.03.2018
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