OCEANS OF SLUMBER - The Banished Heart
Label: Century Media
War das zweite Werk von OCEANS OF SLUMBER schon mehr als schwer verdaulich, drückt der zwei Jahre später erscheinende Nachfolger „The Banished Heart“ noch viel schwerer aufs Gemüt. Das mag vielleicht daran liegen, dass Sängerin Cammie Gilbert den Tod ihres Vaters hier zu verarbeiten versucht und Drummer Dobber Beverly mit der Trennung aus einer 18-jährigen Beziehung abschließt, oder einfach, dass man die natürliche Entwicklung forciert.

Egal, was der Grund sein mag, „The Banished Heart“ ist zwar alles andere als Easy-Listening und benötigt einiges an Zeit, doch diese zu investieren lohnt sich auf jeden Fall. Die progressiven Arrangements, der doomige Gothic Sound, sowie die weinerliche, klagende Stimme von Cammie ziehen in den Bann, wie es oftmals Truppen wie PARADISE LOST oder OPETH zuvor taten. OCEANS OF SLUMBER bringen aber auch genügend eigene Trademarks mit. Viele ruhige Momente bilden Kontraste zu Death-doomigen Passagen, Knüppelattacken und Growls, doch die verzweifelte Atmosphäre bleibt stets vorhanden und drückt einen tief runter. Dazu gesellen sich bluesige Momente, SloMo-Rhythmen und großartige Melodien, die dezent in den Sound gewoben werden. Etwas Gothic schleicht sich auch ein und vor allem die getragenen, gemächlichen Momente, denen meist wieder eine brutale Attacke folgt, sind der große Trumpf der Amerikaner. So werden die meist überlangen Tracks nie zäh oder gar langweilig und für Abwechslung ist hier natürlich auch gesorgt. Gegen Ende gibt es auch noch eine kleine Überraschung, denn für das mit fragilen Melodien und Gesängen ausgestattete „No Color, No Light“ konnte man niemand geringeres als den ausdrucksstarken Tom S. Englund von EVERGREY gewinnen. Und der gibt sich hier reichlich Mühe die passenden Emotionen auszudrücken und singt auch eine Spur tiefer als bei seiner schwedischen Stammtruppe.

Etwas verzichtbar sind aber dann die ungefähr 2-minütigen Instrumentale „The Watcher“ und „Her In The Distance“, die man in kürzerer Form als Intro für den folgenden Song auch mit einbauen hätte können. Und auch das abschließende, mit kratzigen Rauscheffekten überlagerte „Wayfaring Stranger“ klingt etwas gewöhnungsbedürftig, lässt aber gegen Ende doch Hoffnung aufkeimen.

OCEANS OF SLUMBER sind definitiv etwas für geduldige Liebhaber des Doom-Prog und verlangen einem einiges ab. Doch die hoffnungslose Atmosphäre gepaart mit grandiosen Parts zahlt sich auf jeden Fall aus. Wem „Winter“ gefiel, der wird auch hier mehr als begeistert sein.

www.oceansofslumber.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Decay Of Disregard
2. Fleeting Vigilance
3. At Dawn
4. The Banished Heart
5. The Watcher
6. Etiolation
7. A Path To Broken Stars
8. Howl Of The Distance
9. No Color, No Light
10. Wayfaring Stranger
Gesamtspielzeit: 65:30

maxomer
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Beitrag vom 28.03.2018
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