ESTATE - Mirrorland
Label: Mighty Music
Von Power Metal aus Russland hört man auch nicht wirklich oft, doch ESTATE, die nun ihr zweites Album „Mirrorland“ abliefern, stammen eben genau von dort. Die Jungs klingen dabei aber auf jeden Fall ziemlich europäisch und nennen ICED EARTH, BLIND GUARDIAN, RAGE und PRIMAL FEAR als Einfluss. Das würde ich aber nicht ganz unterschreiben und eher in Richtung Skandinavien weisen, denn Ähnlichkeiten mit DREAMTALE, alten SONATA ARCTICA und STRATOVARIUS sind da schon naheliegender. Auch HELLOWEEN und FREEDOM CALL aus deutschen Landen dürfen erwähnt werden.

Das heißt, dass die Jungs meist flott und verspielt unterwegs sind. Knackige Riffs, hymnische Vocals und tighte Rhythmen treffen auf neoklassische Melodien, zahlreiche Keyboardteppiche und furiose Soli. Die Songstrukturen sind zwar progressiv angelegt, doch gehen Tracks wie „Mirrorland“ oder „The Ghoul“ dank hymnischer Refrains und einprägsamen Melodien schon schnell ins Ohr, während zahlreiche Tempowechsel und dynamisches Songwriting für Spannung sorgen. Dazu kommen natürlich einige bombastische Momente, aber auch ruhige Parts, die auf ein eventuelles Konzept, oder zumindest einen Hang für Epik, Dramatik und Fantasy-Flair hinweisen. Außerdem gibt es auch immer wieder dezente Folk-Elemente, wie sie ja auch bei einigen der genannten Truppen nicht unüblichen sind. Die Ballade „Winter Kingdom“ zeigt aber, dass man nicht immer Gas geben muss, „Knight Of Hope“ versucht futuristische Keys und rockige Riffs mit allerlei Bombast zu kombinieren und „Silvery Skies“ drückt als Piano-Ballade nochmal auf die Tränendrüse als Abwechslung zu flotten Bangern wie „Storm Of The Age“ oder „Matter Of Time“.

Klar, was ESTATE hier abliefern, ist alles andere als neu, doch sympathisch präsentiert, technisch auf hohem Niveau und macht einfach eine Menge Spaß. Apropos Spaß; man hört auch, dass Frontmann Iliand Ferro, der hier sein Debüt gibt, ebenso wie die Instrumentalfraktion, beim Kreieren der Songs und im Studio eine Menge Freude gehabt haben. Iliand bewegt sich meist in hohen Regionen, bringt aber auch einen kraftvollen, rauen Unterton mit, so dass sich Genrefans schnell heimisch fühlen werden. Als coolen Bonus gibt es die Songs „Knight Of Hope“ und „Matter Of Time“, jeweils von Mark Boals (Ex-IRON MASK, Ex-ROYAL HUNT) und Mats Levén (CANDLEMASS, Ex-FIREWIND, Ex-MALMSTEEN) eingesungen.

„Mirroland“ ist ein überraschend reifes und abwechslungsreiches Album, das sich international absolut nicht verstecken muss, ein paar nötige Ecken und Kanten sowie charmante Ideen mitbringt und einfach eine Menge Spaß macht. Fans des nordischen aber auch deutschen Melodic Power Metal werden hier definitiv ihre Freude haben.

estate-band.com


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Mirrorland
2. The Ghoul
3. Stolen Heart
4. Winter Kingdom
5. Storm Of The Age
6. Knight Of Hope
7. Lady Wind
8. Silvery Skies
9. Matter Of Time
10. Springtime
11. Knight Of Hope (feat. Mark Boals)
12. Matter Of Time (feat. Mats Levén)
Gesamtspielzeit: 56:20

maxomer
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Beitrag vom 21.04.2018
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