MUSTASCH - Silent Killer
Label: Sony Music
Groß war die Vorfreude auf „Silent Killer“, dem neunten Werk der schwedischen Metal Maschine MUSTASCH, die einst als Stoner Metal Band sich erste Sporen verdiente, mittlerweile aber einen ganz eigenen und grenzenlosen Stil entwickeln konnte. Beim Vorgänger „Testosterone“ überließ Bandboss und Fronter Ralf Gyllenhammar seinem Kollegen David Johannesson (Ex-SPARZANAZA) das Ruder, und der leistete grandiose Arbeit. Für das neueste Werk arbeiteten die beiden Gitarristen wieder zusammen und holten sich für zwei Tracks interessanterweise auch Niclas Engelin (IN FLAMES, ENGEL) mit ins Boot.

Wo man auf den Vorgängern noch mit experimentellen Hits wie „Feared & Hated“ und „Yaras Song“ startete, geht man hier nach einem kurzen Intro in die Vollen. Das kurze und knackige „Winners“ tönt heavy as fuck, lässt Ralf kurz aufheulen, ehe man mit fettem Beat flott loslegt, im Refrain dann aber gut ins Ohr geht. Ein fetter Einstand, mit schneidenden Riffs und einem Solo, das auch auf eine SLAYER Platte passen würde, der schon verspricht, dass MUSTASCH dieses Mal kaum Kompromisse eingehen und einfach heavy und fett die Sau raus lassen. „Libertá“ ist mit seinen vier Minuten der komplexeste und einer der wenigen längeren Songs des Albums, geht aber auch gut ins Ohr. Außerdem groovt das Teil extrem und das heavy Riff erinnert entfernt an alte AMON AMARTH. Ralf singt dafür hymnischer, hält sich etwas mehr zurück und lädt beim treibenden Chorus zum Mitsingen ein. Mit „Barrage“ folgt einer meiner aktuellen Favourites. Der Songtitel ist Programm, denn MUSTASCH schießen nach einem kurzen Huster und einem schwedischen Fluch gleich fett los. Wieder ein schneidend-fettes Riff und nach kurzem Vorgeplänkel liefert Robban Bäck (Ex-SABATON) eine tighte Leistung hinter den Drums und stellt sich als perfekte Wahl als Nachfolger von Jejo, der sich in Richtung HipHop verabschiedete, heraus. Auch hier darf man im Refrain wieder mitbrüllen. Das ändert sich auch beim vorab veröffentlichten und unverschämt eingängigen „Lawbreaker“ nicht. Ein weiteres Highlight ist dann definitiv „The Answer“, das nach melodischem Lead zwischen Aggro-Laune und positivem Vibe hin und her schwenkt und in Zukunft in keinem Live-Set mehr fehlen darf.

Was für ein starkes Stück Metal, das MUSTASCH hier abliefern. „Silent Killer“ ist vollgepackt mit Hits und Hymnen wie man sie von den Schweden erwartet und liebt und kommt auch wunderbar ohne Akustik-Gitarre, Klavier oder Synthies aus.
Da stört es auch nicht, dass der Stampfer „Grave Digger“ und „Fire“ bei dem Hank von Helvete (TURBONEGRO) gemeinsam mit Ralf Sprechgesang abliefert, nicht ganz das Niveau halten, aber zumindest Abwechslung rein bringen.

Was ich wirklich bemängeln möchte, ist die Spielzeit von nur 32 Minuten, denn da hätte man die in den letzten Jahren separat veröffentlichten Songs „Midnight Runner“ und „Änglahund (Hound From Hell)“ zumindest als Bonus Track noch drauf packen können. Aber ich beschwer mich lieber über zu kurze Spielzeit als über Füllmaterial. Kurzum: Ein fettes Brett, das Lust auf Live-Taten macht und MUSTASCH so kompromisslos wie noch nie zeigt.

www.mustasch.net


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Givin´
2. Winners
3. Libertá
4. Barrage
5. Lawbreaker
6. Fire (feat. Hank Von Helvete)
7. Silent Killer
8. The Answer
9. Grave Digger
10. Burn
Gesamtspielzeit: 32:14

maxomer
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Beitrag vom 24.04.2018
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