ANGELUS APATRIDA - Cabaret De La Guillotine
Label: Century Media
ANGELUS APATRIDA, die spanischen Thrasher mit zahlreichen Einflüssen, gefielen mir bereits auf ihrem dritten Werk „The Clockwork“ ganz gut, doch nun acht Jahre später hat sich im Sound der vier Herren qualitativ so einiges getan und so könnte „Cabaret De La Guillotine“ der Truppe endlich einen größeren Bekanntheitsschub verschaffen.

Die Mischung aus Einflüssen auf der Platte ist irgendwie schräg, aber funktioniert. Man nehme die Verspieltheit von MEGADETH, die Aggression von EXODUS, DESTRUCTION und OVERKILL, paart das Ganze mit eingängigen Hooks und Vocallines von ANNIHILATOR, TESTAMENT und PARADOX und legt dann noch ein paar Melodien der NWOBHM darauf. Bands der BayArea ließen sich noch mehr aufzählen und auch die teutonische Thrash-Fraktion hat da noch ein Wörtchen mitzureden, doch so entsteht für ANGELUS APATRIDA ein ganz neuer Sound. Die Songs sind für das Genre überdurchschnittlich ins Ohr gehend und auch cleane Vocals sind zu finden, doch die Spanier sind keinesfalls verweichlicht und lassen nie die klassischen Genretrademarks außer Acht. Stampfende Instrumentalparts, flirrende Soli und heftige Doublebass-Attacken sind ebenso Teil des großen Ganzen, wie das alles niederwalzende, aber auch dynamische „Ministry Of God“ zeigt. Über allem thront aber das abwechslungsreiche Organ von Frontmann Guillermo Izquiedo, der sich mächtig ins Zeug legt und den Hörer kaum glauben lässt, dass der gleichzeitig auch noch die Gitarre bedient. Von cleanen Gesängen über heftige Death Metal Shouts und typische Thrash-Screams bis hin zu hysterischen Ausrastern ist alles mit dabei. Auch die Präzision stimmt trotz all der Härte, was wahrscheinlich der Tatsache geschuldet ist, dass die Truppe bereits seit 18 Jahren gemeinsame Sache macht. Lyrisch zeigt man sich sozialkritisch wie der Titel der Marke „Downfall Of The Nation“ klar macht.

Und obwohl man sich ziemlich abwechslungsreich gibt und kaum Genregrenzen kennt, ist stets ein Roter Faden zu spüren, sodass alle Kompositionen wunderbar zusammen passen. Nur „Farewell“ fällt etwas aus der Reihe. Eine Ballade irgendwo zwischen ganz alten METALLICA und TESTAMENT, die durchaus einen Nerv trifft. Bei „The Die Is Cast“ treffen hingegen moderne Melodien auf rasende Old-School Parts und einen unverschämt eingängigen Refrain, der an RAGE erinnert. Man verabschiedet sich aber nach kurzem Vorgeplänkel mit dem heftigen Prügler „Martyrs Of Chicago“ mit einen Knall.

„Cabaret De La Guillotine“ ist mutig und bedient sich zahlreicher Einflüsse, doch genau das macht sich bezahlt. Hier ist für jeden, der mit Thrash Metal irgendwie etwas anfangen kann dabei. Vielleicht mag den Puristen der eine oder andere Refrain zu eingängig sein, doch ANGELUS APATRIDA spielen sich hier in die Oberliga des Genres und liefern das wohl abwechslungsreichste Thrash Metal Album seit Ewigkeiten.

www.angelusapatrida.com


6.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Sharpen The Guillotine
2. Betrayed
3. Ministry Of God
4. The Hum
5. Downfall Of The Nation
6. One Of Us
7. The Die Is Cast
8. Witching Hour
9. Farewell
10. Martyrs Of Chicago
Gesamtspielzeit: 52:25

maxomer
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Beitrag vom 07.05.2018
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