77 - Bright Gloom
Label: Century Media
Wer auf Garagen Rock mit 70er Flair steht, der dürfte bei den Spaniern von 77 richtig sein. Gegründet 2006 in Barcelona von den Gebrüdern Armand Valeta und LG Valeta, die sich noch mit Dolphin Riot an den Drums und Raw am Bass verstärkten, war die Richtung schnell vorgegeben. Klassischer Hard Rock im Stil von AC/DC, mit einem Sänger, der wie der große Bon Scott klingt. Dürfte ja eigentlich der steilen Karriere nichts mehr im Weg stehen. Doch so einfach ist der Weg nach oben leider nicht, so verabschiedete man sich 2014 von Dolphin und Raw um sie durch Andy Cobo am Schlagzeug und Dani Martín am Bass zu ersetzen. Mit zwei neuen Mitgliedern und jeder Menge Feuer im Arsch wollten es die Südländer also noch einmal wissen und veröffentlichten Album #3, „Bright Gloom“.

Soundtechnisch zeigt schon der Opener, dass man seiner Linie treu blieb und weiter den Vintage Stil bevorzugt. Das Album wurde live in Madrid eingespielt und direkt auf Platte gepresst, was den fast dreckigen Sound erklärt. Auch an den Vorbildern dürfte sich nichts geändert haben, denn nach wie vor dominiert ein Aussie Flair in den Songs. Doch wer glaubt hier gab es keine Weiterentwicklung der irrt, „Hands up“ oder „Who’s Fighting Who“ mit seinem feinem Akustik Teil, kommen deutlich doomiger und schwerfälliger daher als gewohnt. BLACK SABBATH lassen grüßen und auch Sänger Armand versucht sich als Ozzy light. Experiment durchaus gelungen. Laut den Brüdern Valeta spielte man einfach ohne sich zu viel Gedanken oder Druck zu machen drauf los. So funktioniert doch Rock´n´Roll.

Viel fröhlicher kommt dagegen „Where Have They Gone“ daher und sorgt für Partylaune, genau wie das Cover Artwork mit der hübschen Nonne. Und weiter im Programm mit „You Better Watch Out“ und seinem verzerrten Gesang. An Ideen mangelt es den Spaniern nicht, doch recht viel mehr als Durchschnittsware mit dem ein oder anderen Ausrufezeichen schaut am Ende des Tages leider nicht heraus. Selbst nach mehrmaligem Durchlauf bleibt ein schaler Beigeschmack und der Gedanke `Da fehlt doch etwas...` will nicht aus dem Kopf.

77 sind eine talentierte Truppe die ihre Vorbilder nicht nur covern, sondern ihren eigenen Stil einfließen lassen und als Beschallung im Auto eignet sich „Bright Gloom“ durchaus, doch live versprühen die Jungs aus Barcelona einfach mehr Feuer. Somit ist die neuste Erscheinung leider kein Schritt vorwärts.

77rocks.bigcartel.com


4.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Bread & Circus
2. Hands Up
3. Who’s Fighting Who
4. Be Crucified
5. Where Have They Gone
6. It’s Near
7. You Better Watch Out
8. Fooled By Love
9. Last Chance
10. I Want My Money Back
11. Make Up Your Mind
Gesamtspielzeit: 41:16

AndyVanHalen
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Beitrag vom 18.05.2018
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