UADA - Cult Of A Dying Sun
Label: Eisenwald
Zwei Jahre ist es her, dass die Black Metal Formation UADA aus Portland (USA) mit ihrem Debütalbum „Devoid Of Light“ in der Szene einiges an Staub aufgewirbelte. In den Kommentarbereichen auf Youtube flogen zunächst die MGLA Rip-off Vorwürfe tief, und dann die Fetzen, als andere sich in Lobeshymnen überschlugen. Der Vergleich mit MGLA ist zwar vielleicht nicht ganz aus der Luft geholt, greift aber trotzdem viel zu kurz. UADA überzeugen mit einem durchwegs eigenständigen Sound mit hohem Wiedererkennungswert. Der Name UADA (lateinisch für das Englische „haunted“, dessen Übersetzung ins Deutsche ein bisserl hunzt, man aber vielleicht mit „von Geistern verfolgt“ irgendwie in die Richtung kommt) ist treffend: Die Kombination aus schneidend scharfen Riffs, hypnotischen Melodien und manisch-besessenen Schreien erzeugt ein entrisches Klangbild, dass mitunter Gänsehaut hervorrufen kann.

An ihrem erfolgreichen Rezept rütteln UADA auch beim zweiten Streich nicht grundlegend. „Cult Of A Dying Sun“ zielt darauf ab die Hörerschaft ziemlich exakt dort abzuholen, wo man sie einst nach dem fulminanten „Black Autumn, White Spring“ zurückließ. Für Intros bleibt da keine Zeit. „The Purging Fire“ startet rasant, Blastbeat inklusive. Das Gitarrenduett im Anschluss mutet dann schon fast etwas kitschig an, ja klingt mitunter sogar leicht schräg. Der Bass-Break im Mittelteil versöhnt aber wieder. „Snakes And Vultures“ versucht mit einer verspielteren Melodie zu punkten, verliert sich aber zu sehr in manchen seiner Riffs und dümpelt streckenweise etwas vor sich hin. Die rhetorische Spannungspause im Refrain lässt übrigens ein wenig zu viel Interpretationsspielraum offen, ob einerseits das erste Wort in „fucking snakes and vultures“ nun als Adjektiv oder Verb zu sehen ist, und andererseits wie buchstäblich es gemeint ist. Der Titeltrack „Cult Of A Dying Sun“ setzt wieder mehr auf Abwechslung in der Songstruktur, wobei so mancher Übergang dabei doch recht abrupt und willkürlich wirkt. Auch beginnt sich das Gefühl einzuschleichen, dass man den einen oder anderen Riff doch schon in zumindest einer leichten Abwandlung auf dem letzten Album gehört haben könnte. Dafür sitzen die tiefen Growls besser denn je. Da wird schon fast gegurgelt, was für eine nette Abwechslung sorgt.

Das folgende „The Wanderer“ ist ein schrulliger Lückenfüller mit Akustikgitarren und Percussion, dessen Sinnhaftigkeit sich nicht gleich erschließt. Sicherlich eh lieb gemeint, aber fünfeinhalb Minuten können sich halt schon ordentlich hinziehen. „Blood Sand Ash“ ist dafür dann wieder so stimmig und eingängig, dass es schon fast ein bisserl fies ist. Und der überplärrte Schlagzeug-Break gegen Ende ist sowieso eine Freude. Schlussendlich bricht UADA dann auch weder mit „Sphere (Imprisonment)“ noch „Mirrors“ mit ihren Gepflogenheiten. Wobei es doch zumindest zwei Songs sind, bei denen eben jene zuvor beschriebene entrische Atmosphäre wieder voll zur Geltung kommt. Das wollte in den vorgehenden Tracks eben partout nicht gelingen. Dass sie wieder aufkommt, liegt dann auch nicht nur an den Pianoklängen, die die finale Gitarren-Leads in „Sphere (Imprisonment)“ begleiten und den Song dann zu sanften Regenklängen ausklingen lassen. Nicht zuletzt sind die Riffs weniger aggressiv, dafür aber umso düsterer und kälter. Es wird ein Gegenpol zu den ersten Songs aufgebaut und der Spannungsbogen schließt sich. „Mirrors“ zieht in dieser Hinsicht mit seinem oft wiederholten hypnotisch-gespenstischen Grundriff auch noch einmal alle Kaliber.

Was lässt sich nun abschließend sagen? UADA entwickeln auf „Cult Of A Dying Sun” konsequent ihren Sound weiter, geraten dabei aber schon auch einmal ins Straucheln. Im Gegensatz zu „Devoid Of Light“ wirkt die Produktion sehr geradlinig und lässt dabei jene ungeschliffene Rohheit vermissen, die „Devoid Of Light“ so bitter-böse klingen ließ. Alles wirkt kontrollierter, bedachter und weniger chaotisch. Kurzum: Es fehlt eine Prise Wahnsinn.

Manche Riffs und Themen liegen so nah beieinander, dass man das Gefühl nicht loswird, sie ja vielleicht doch schon in marginal anderer Form gehört zu haben. Da hilft es auch nicht, wenn diese Riffs dann auch mehrmals in einem Song aufgegriffen werden. Das soll nun aber nicht heißen, dass „Cult Of A Dying Sun“ ein kein gutes Album wäre. Im Gegenteil. UADA verstehen ihr Handwerk und sorgen für einige denkwürdige Momente. Eine dringende Hörempfehlung ist es allemal. Man wird halt nur das Gefühl nicht los, dass sich UADA hier etwas unter ihrem Potential verkaufen. Das kann eben passieren, wenn ein Debütalbum für Furore sorgt. Die Sinnhaftigkeit von „The Wanderer“ entzieht sich dem Autor dieser Zeilen aber trotzdem noch immer.

www.facebook.com/OfficialUADA


5.5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. The Purging Fire
2. Snakes And Vultures
3. Cult Of A Dying Sun
4. The Wanderer
5. Blood Sand Ash
6. Sphere (Imprisonment)
7. Mirrors
Gesamtspielzeit: 55:54

Asator
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Beitrag vom 22.05.2018
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