AT THE GATES - To Drink From The Night Itself
Label: Century Media
Einst Begründer eine massiven Bewegung, die heute noch zahlreiche Bands inspiriert und motiviert, verabschiedeten sich die Schweden AT THE GATES nach ihrem Meisterwerk „Slaughter Of The Soul“, wenn auch mit ein paar zwischenzeitlichen Auftritten, von der Bildfläche. Es sollte ganze 21 Jahre dauern, ehe sich Lindberg, die Gebrüder Björler, Erlandsson und Larsson wieder ins Studio wagten um „At War With Reality“ einzuknüppeln. Nun gibt es mit Verstärkung von Jonas Stålhammar (Ex-THE CROWN, THE LURKING FEAR) an der Gitarre, vier Jahre später endlich einen Nachfolger.

Wo „At War With Reality“ schon ein tiefgründiges Konzept anpackte, werden die Schweden mit „To Drink From The Night Itself“ fast schon poetisch und erinnern damit schnell an das Debüt „The Red In The Sky Is Ours“, das damals die Metalszene im Sturm eroberte. Doch wo stehen AT THE GATES in der Metallandschaft 2018? Nach wie vor felsenfest an der Spitze der Göteborg-Bewegung, daran gibt es nichts zu rütteln.

Das nun sechste Werk der Schweden macht genau das, was man sich erwartet. Brutaler Melodic Death Metal mit kaum Schnickschnack, einer großen Portion Aggression und viel Tempo. Wo sich andere Truppen immer mehr überladen, bleibt bei den Herren vorm Tor vor allem die Wut im Vordergrund, das aber mit Kopf und Herz. Man ballert nach einem verträumten Intro mit deutschem Titel „Der Widerstand“ sogleich in bester Bandmanier los. Das Riffing, die Rhythmik und vor allem die kratzige Röhre von Tompa Lindberg sind unverkennbar, und trotz dem thrashigen Gebolze, geht der Titeltrack sofort ins Ohr und kann schon fast als hymnisch bezeichnet werden, und das erreichen die Schweden mit einfachsten und dezenten Mitteln. Ein paar Gitarrenmelodien, Breaks und Tempiwechsel an den richtigen Stellen und eine einzigartige Atmosphäre ermöglichen dieses Unterfangen. Das zieht sich über das ganze Album, mit ganz sparsam eingesetzten Klavier-, Akustikgitarren-, und Streichereinsätzen, leicht schwarzmetallischem Unterton und dem ein oder anderen mehrstimmigen Gesang. Das alles, ohne jemals aus den eigenen Trademarks auszubrechen. Etwas mehr trauen sich AT THE GATES dann mit dem Stampfer „Daggers Of Black Haze“, dem moderner anmutenden „Seas Of Starvation“ und dem rauswerfenden „The Mirror Black“, das an Intensität und Emotion nochmal einen drauf setzt.

„At War With Reality“ war ein starkes und lange überfälliges Comeback, vier Jahre später setzen AT THE GATES nun mühelos einen drauf und liefern ein weiteres Meisterwerk, das alles was die Band groß machte mitbringt und noch viel mehr. Kurz gesagt, die schwedische Legende bleibt ihrer Wut treu, schafft es aber auch an Intensität und Emotion zu gewinnen. Ein Muss für alle Fans der harten Klänge!

atthegates.se


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Der Widerstand
2. To Drink From The Night Itself
3. A Stare Bound In Stone
4. Palace Of Lepers
5. Daggers Of Black Haze
6. The Chasm
7. The Colous Of The Beast
8. A Labyrinth Of Tombs
9. Seas Of Starvation
10. In Death They Shall Burn
11. The Mirror Black
Gesamtspielzeit: 44:30

maxomer
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Beitrag vom 26.05.2018
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