BLIND CHANNEL - Blood Brothers
Label: Ranka Kustannus
Die Finnen BLIND CHANNEL versuchen mit ihrem zweiten Output „Blood Brothers“ offensichtlich in den amerikanischen Alternative Markt zu grätschen und liefern damit mal eben eine energetische Fusion der wichtigsten Elemente diese mittlerweile sehr breiten Genres ab.

Irgendwo zwischen Alternative Metal Tönen in Richtung PAPA ROACH, POP EVIL mit Post-Rock Arrangements wie sie kürzlich NOTHING MORE ablieferten, vermengt mit allerlei Synthies und Sprechgesang der New Metal Bewegung und aggressivem Metalcore, lassen sich BLIND CHANNEL nur schwer in eine Schublade schieben. Zumal man auch immer wieder auf Effekthascherei und Bombast á la SKILLET setzt, aber auch gerne mal poppige Refrains einwebt, ehe die nächste Aggro-Salve abgefeuert wird. Nach dem noch relativ direkten, aber hymnischen „Trigger“, passiert bei „Sharks Love Blood“ schon richtig viel. Etwas Bombast, kitschige Synthies und Electro-Beats gehen Hand in Hand mit einem süßlich klingenden Kinderchor, sowie unverschämt eingängigen Refrain. „Wolfpack“ groovt im Anschluss wie Sau, verzichtet aber auch nicht auf Spielereien aus der Dose, geht dafür aber direkter von statten und zeigt einmal mehr die stimmliche Bandbreite von Joel Hokka, der von poppigen Clean-Gesängen, über Rockröhre bis hin zu Metalcore-Screams eigentlich alles mehr als souverän drauf hat – aber ich glaube mittlerweile, dass es in Finnland sowieso niemanden gibt, der nicht singen kann.

Wenn dann bei „Elephant In The Room“ groovende HipHop Elemente einsetzen, bricht der New Metal Einfluss komplett durch und so kommen unweigerlich LIMP BIZKIT in den Sinn. Später sollen dann auch noch neuere LINKIN PARK folgen, was sich vor allem im finalen „I.D.F.“ niederschlägt. Dazwischen tummeln sich noch allerlei abwechslungsreiche Modern Rock/Metal Hymnen mit all den erwähnten Elementen, die mal mehr mal weniger zum Tragen kommen.

Auch wenn „Blood Brothers“ auf den ersten Blick wirkt, als wüssten BLIND CHANNEL nicht genau wo sie hinwollen, stellt man sehr bald fest, dass die Finnen sehr wohl wissen, was sie hier fabrizieren. Die verschiedenen Elemente und Genre verschmelzen somit zu einem ganz eigenen Cocktail, der wunderbar funktioniert, sofern man mit diesen auch etwas anfangen kann. An manchen Ecken meinen es die Nordmänner vielleicht zu gut mit Kitsch, Bombast und Pop, doch im Großen und Ganzen ist der Zweitling ein mehr als gelungenes Werk.

www.facebook.com/BlindChannelBand


5 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Trigger
2. Sharks Love Blood
3. Wolfpack
4. Elephant In The Room (feat. Spaz Caroon)
5. Out Of Town
6. My Heart Is A Hurricane
7. Giants
8. Like A Brother
9. Alone Against All
10. Scream
11. I.D.F.U.
Gesamtspielzeit:

maxomer
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Beitrag vom 28.05.2018
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