BLEEDING THROUGH - Love Will Kill All
Label: Nuclear Blast
BLEEDING THROUGH begeisterten seit der Jahrtausendwende mit einer immer weiter perfektionierten Verschmelzung von Metalcore und bombastischen Keyboards, die selten so grandios harmonierten. Nach Highlights wie „This Is Love, This Is Murderous“ (2003), „Declaration“ (2008) oder der letzten Veröffentlichung „The Great Fire“ (2012) verabschiedeten sich die Energiebündel und Visionäre 2014 und gaben ihre offizielle Auflösung bekannt – natürlich aber nicht ohne eine fette Abschiedstour.

Vier Jahre später sind die Herren und Dame aus Orange County zum Glück wieder da und haben mit „Love Will Kill All“ ihren nächsten Brocken am Start, und das mit dem letzten LineUp, das schon seit dem Debüt zusammenspielt, wenn man von der erst 2004 dazu gestoßene Keyboarderin Marta mal absieht. Und es ist als wären BLEEDING THROUGH nie weg gewesen, denn die Truppe zelebriert erneut nach dem düsteren Intro mit dem deprimierenden Titel „Darkness A Feeling I Know“ ultrabrutalen Metalcore mit Black/Death Elementen und den prägenden Keys, die sich perfekt in den aggressiven Sound einfügen. Ich muss zugeben, dass die ersten Durchläufe des neuen Werkes etwas sperrig ausfielen, denn erst „Dead Eyes“ geht richtig gut ins Ohr, wenn auch „End Us“ mit coolen Tempiwechsel, viel Groove und cleanem Refrain schon seinen Charme hat. Doch „Dead Eyes“ nimmt mich als erster Song gefangen, wie es schon so manch Klassiker der Marke „Sister Charlatan“ geschafft hat. Symphonische Orgeklänge leiten ein, verschmelzen mit heftigem Riffgewitter und den voluminösen Growls von Brandan Schieppati, der aber auch im Refrain mit eindringlichen Gesängen punktet. Ein weiteres Highlight ist dann „No Friend“, das mit Hardcore-Rhythmen groovt wie Sau und coolen Leads sich schnell ins Ohr frisst. Im Chorus wird´s dann bombastisch, intensiv und emotional. Kurz gesagt: ganz großes Kino! Dagegen stehen kompromisslosere Brecher wie „Cold World“, das hektische „Buried“ oder „Set Me Free“, das fett nach vorne geht.

„Remains“ versucht es dann mit Breakdown-Effekthascherei, die ganz gut funktioniert, aber ehrlich gesagt hätte die Band anno 2018 dieses angestaubte Element eigentlich nicht mehr nötig. Aber die Dynamik zwischen diesen groovenden Parts und dem hymnischen Gesang, funktioniert einfach. „Slave“ kommt dann aggressiver und richtig fies aus den Boxen, denn sowohl Gesang als auch die Keys könnten von so mancher schwarzmetallischen Größe stammen. Im finalen und längsten Song „Life“ trauen sich die Amerikaner etwas mehr aus ihrer Komfortzone, lassen den Keyboards mehr Raum und Marta auch an einige Leadvocals, was man eigentlich öfter machen könnte. Nach nicht mal 40 Minuten geballte Wut und Emotion ist aber leider auch schon Schluss.

Welcome back BLEEDING THROUGH – angepisst, fokussiert und zielsicher wie eh und je, aber auch emotional, intensiv und mit der richtigen Note Symphonie, sind die Kalifornier wieder zurück im Ring und beweisen erneut, dass sie die einzig wahren Meister sind, die die schwere Kunst der Genreverschmelzung perfekt beherrschen. Zwar zündet nicht jeder Track auf „Love Will Kill All“ und die Hitdichte war auch schon mal etwas höher, doch das Niveau ist gewaltig und die technische Raffinesse eine wahre Ohrenweide. Wer die Truppe bisher mochte, der wird auch dieses Werk lieben, wer noch nichts von BT gehört hat, der möge das schnellstens nachholen!

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6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Darkness A Feeling I Know
2. Fade Into The Ash
3. End Us
4. Cold World
5. Dead Eyes
6. Buried
7. No Friends
8. Set Me Free
9. No One From Nowhere
10. Remains
11. Slave
12. Life
Gesamtspielzeit: 37:40

maxomer
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Beitrag vom 29.05.2018
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