ALIEN WEAPONRY - Tu
Label: Napalm Records
Man könnte die Newcomer ALIEN WEAPORY plump als SOULFLY-Klon abstempeln, doch hinter dem Trio aus Neuseeland verbirgt sich noch so viel mehr. Schon 2010 starteten die drei damals acht bis zehn Jahre alten Jungs und liefern nun ihr Debüt und „Tu“ hat es auf mehreren Ebenen gewaltig in sich.

Nicht nur, dass die drei Jungspunde ein so unglaublich reifes Songwriting an den Tag legen und eine soundtechnische Wucht darstellen, Lewis, Henry und Ethan zeigen sich hochpolitisch und behandeln auf ihrem Werk Soziales und vor allem die Ausbeutung und Vertreibung der Maori. Und die Heimatverbundenheit baut man ähnlich wie eben SOULFLY oder auch SEPULTURA auch noch in die musikalische Komponente ein. Viele Texte sind in der Muttersprache zwei der drei Mitglieder, die waschechte Pikiao- und Ngati Raukawa-Abstammung mitbringen. Und das Intro „Whaikorero“ tönt stark nach dem Kriegstanz Haka, den heute die Neuseeländische Nationalmannschaft im Rugby mit Ekstase zelebriert. Das folgende „Ru Ana Te Whenua“ haut dann nach kurzem Vorgeplänkel gleich rein. Fetter Groove, Tribal-Thrash Beats und ein wütend brüllender Lewis dominieren, doch im Refrain wirds auch leicht catchy und spätestens beim hymnischen Chorus des etwas moderner stampfenden „Holding My Breath“, bei dem man schon die jugendliche Stimme von James noch recht raushört, kommen auch MACHINE HEAD in den Sinn. Dazu gesellen sich auch dramatisierende Spielereien wie eine geschickt eingebaute Sirene oder Radioübertragungen. ALIEN WEAPONRY haben auch ein echt großes Gespür für scharfe Tempiwechsel, dezente Melodien und gelungene Übergänge. Und auch bei „Raupatu“ gibt es wieder heimische Elemente in Form von Stammes-Gesängen- und Rufen. Auch der Titel „Rage (It Takes Over Again)“ ist Programm, doch der Refrain dient wieder als gelungener Kontrast. Ein ganz anderes Thema, nämlich Social Media wird hingegen bei „Nobody Here“ angeprangert.

Ausfälle findet man auf „Tu“ keine, und auch wenn man sich den brasilianischen Größen sehr nähert, so können die Neuseeländer genug Abwechslung und Ideen einbauen, um zumindest auf dem Debüt als eigenständig genug durchzugehen. Ob man in Zukunft weiter so durchschlagskräftig und innovativ bleiben kann, wird die Zeit zeigen, aber jetzt auf jeden Fall Hut ab vor den Jungspunden. Fans des Tribal-Thrash mit dezentem Hardcore-Flair sei „Tu“ uneingeschränkt empfohlen, und diese können sich sicher auch auf eine gewaltige Live-Sound-Wand freuen.

www.alienweaponry.com


6 von 7 Punkten

Tracklist:
1. Whaikorero
2. Ru Ana Te Whenua
3. Holding My Breath
4. Raupatu
5. Kai Tangata
6. Rage (It Takes Over Again)
7. Whispers
8. PC Bro
9. Urutaa
10. Nobody Here
11. Te Ara
Gesamtspielzeit: 45:20

maxomer
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Beitrag vom 05.06.2018
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