European Tour 2026: ARCHITECTS, PRESIDENT @ Gasometer, Wien (25.01.2026)

Tourposter von Architects

 


Das Gasometer in Wien war an diesem Abend ausverkauft. Sogar die Galerie oben war geöffnet und die Halle komplett voll. Der Grund – ARCHITECTS auf ihrer Headliner-Tour mit PRESIDENT als Support.

Um 20 Uhr betraten PRESIDENT die Bühne. Die maskierte Band aus England erlebt gerade einen beachtlichen Hype, hauptsächlich wegen der Parallelen zu SLEEP TOKEN: gleiches Management, ähnliches Konzept der Anonymität, mysteriöse Inszenierung. Die Frage, ob PRESIDENT nur auf der Welle ihrer Kollegen reiten oder tatsächlich eigenständig überzeugen können, stellte sich auch an diesem Abend. Die Band spielte sieben Songs, darunter ein Cover von DEFTONES‘ „Change (In the House of Flies)“. Das Deftones-Cover war tatsächlich der beste Moment ihres Sets – nicht nur, weil es solide klang, sondern auch weil es mich für die kommende Woche hyped, wenn DEFTONES in München spielen. Abgesehen davon funktionierte PRESIDENT für mich leider nicht. Der Sound war dumpf, die Songs kamen nicht an, die Performance blieb distanziert. Die Band redete kein einziges Wort, keine Ansage, keine Interaktion mit dem Publikum. Das mag Teil ihres Konzepts sein, aber es schuf auch eine Distanz, die sich durch den ganzen Auftritt zog. Die Menge blieb verhalten, viele quatschten während der Songs, echte Energie kam nicht auf. Moshpits blieben weitestgehend aus, die Stimmung war abwartend. Nach einer halben Stunde war es vorbei, und der Hype, der die Band gerade umgibt, ging komplett an mir vorbei.

Eine Stunde später, um 21 Uhr, übernahmen ARCHITECTS die Bühne und das Gasometer wurde ein anderer Ort. Der Sound war (glücklicherweise) deutlich besser, die Energie im Raum sofort spürbar. Sam Carter nahm sich Zeit, mit der Menge zu reden. Er erzählte zwischendurch, wie besonders es für die Band ist, dass das Gasometer ausverkauft war und hat sich an frühere Shows in kleineren Wiener Venues wie der Arena oder der Szene erinnert.

ARCHITECTS spielten 19 Songs, viel Material vom neuen Album „The Sky, The Earth And All Between„, aber natürlich auch die erwarteten Klassiker. Die Highlights waren wieder „Impermanence“, „when we were young“ und „Animals“ – Songs, die live einfach funktionieren. Im Moshpit wurde gebackflipped, durchgehend wurde gecrowdsurfed, die Stimmung war genau das, was man von einer ARCHITECTS-Show erwartet. Als Zugabe kamen zum Schluss  noch „Seeing Red“ und „Animals”. Aber bei aller Begeisterung im Gasometer, direkt verglichen mit ihrer Show im Zenith in München vor ein paar Monaten erreichte die Performance nicht ganz dasselbe Level. Der Sound, die Energie der Band selbst, die gesamte Präsentation – im Zenith war das nochmal mächtiger.

Architects im Gasometer Wien

ARCHITECTS lieferten einen soliden Auftritt ab, machten Spaß, brachten die Menge zum Ausrasten. Aber das Potenzial, das die Band an anderen Abenden zeigen kann, schöpften sie gestern nicht ganz aus.


Setlist ARCHITECTS:

Elegy
Whiplash
When We Were Young
Black Lungs
Curse
A Match Made in Heaven
Deep Fake
Impermanence
Red Hypergiant
Gravedigger
Broken Mirror
Brain Dead
Meteor
Everything Ends
Gone With the Wind (Snippet)
Doomsday
Blackhole
Seeing Red
Animals


Wer die Show verpasst hat oder ARCHITECTS noch einmal sehen möchte, bekommt im Sommer die nächste Gelegenheit. Die Band spielt heuer am Nova Rock in Nickelsdorf. Nach dem gestrigen Abend im Gasometer und der Erfahrung vom Zenith ist klar, dass ARCHITECTS auf der großen Festivalbühne genau in ihrem Element sein werden.

Autor & Fotos: Anthony Seidl


Band-Links:
ARCHITECTS, PRESIDENT ARCHITECTS, PRESIDENT ARCHITECTS, PRESIDENT

 

 

 


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