
Wir schreiben erst Anfang Februar und das Jahr 2026 ist jetzt schon ein sehr gutes für den österreichischen Metal Underground. Zuerst diese hervorragend ZERLEGER EP und dann kommen die Wiener Kollegen von VERMOCRACY mit ihrem dritten Album „Of Failing And Fading“ um die Ecke. Man kennt das Quartett bereits von unzähligen Liveauftritten und weiß daher um ihre Stärken. Aber ihr Release weiß dann doch zu überraschen, und das im absolut positiven Sinne.
Der Opener „Burned By Promethean Flames” kommt mit dermaßen Drive und Groove um die Ecke, dass es eine wahre Freude ist. Die Gitarren singen, die Doublebass kickt eher im Midtempo dahin und Sänger Michael Frick gurgelt mit herrlich röchelnder Stimme ins Mikro. Und dann folgen diese Gitarrenmelodien. Meine Güte die Gitarrenleads hier sind aber sowas von allererster Güteklasse, das kommt überraschend und steht der internationalen Szenespitze in nichts nach.
Das folgende „I Hate“ weiß dann mit Stakkato-Riff und schnellerer Doublebass zu überzeugen. Und wieder tritt ein Kennzeichen der Wiener zutage. Der ständige nicht zu überhörende Groove in der Komposition. Der Körper wippt mit und ein tolles Solo rundet den starken Song ab. „A Sermon To The Sheep” hat gefühlt mehr skandinavische Prägung. Das Drumming mit galoppierenden Rhythmus und das singende Leadriff tun ihres dazu, bringen aber kein Gefühl von Abklatsch, sondern stetes eigener VERMOCRACY Prägung mit sich.
„The Path“ mausert sich zum Höhepunkt des Albums. Die Gitarrenmelodien sind unglaublich groovig und die hämmernde Doublebass lässt den Kopf mitnicken. Zur Mitte des Songs hin ändert sich die Stimmung des Songs. Das Tempo wird gedrosselt, ein großartiges Solo ertönt, bevor alles in den Hintergrund tritt und Frick am Mikro flüsternd das Ruder übernimmt. Es folgt ein gekonnter Spannungsaufbau bis hin zur Eruption im Doublebass Gewitter.
Wie schon bei „A Sermon To The Sheep” wildern auch „Force Fed Perception” und „About Ephemerality” in skandinavischen Gefilden. Die Songs sind vollkommen von tollen Gitarrenleads und Soli dominiert und Hörer*innen verlieren sich in grandiosen Melodien. Vor allem das letztgenannte Stück begeistert mit herausragendem fast schon catchy Refrain.
„Of Failing And Fading” ist Melodic Death Metal auf internationalem Top Niveau und zeigt eindrucksvoll, dass der österreichische Untergrund mehr als nur am Leben ist. VERMOCRACY setzen damit hoffentlich zum großen Sprung an
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „Of Failing And Fading“:
1. Burned By Promethean Flames
2. I Hate
3. A Sermon To The Sheep
4. The Path
5. Force Fed Perception
6. Useful Moribund
7. About Ephemerality
8. Shards Of Abhorrence
9. Requiem
10. Spirals
Gesamtspielzeit: 45:00
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