
The Everlasting Shadows
(Melodic Death Metal)
Label: DIY
Format: (LP)
Release: 27.02.2026
Wie beginnt man so ein Review? Im Falle von „The Everlasting Shadows“ von THE DUSKFALL ist das besonders schwierig. Das Album war bereits für 2018 (!!!) angekündigt mitsamt Cover. Nach Verzögerung um Verzögerung gab es irgendwann einfach gar keine Statements mehr dazu. Bis im Februar 2026 plötzlich ein Teaser auf Social Media auftauchte, und wie aus dem Nichts mit März das Album veröffentlicht wurde. Ohne großes Tamtam und ohne Label waren die Schweden aus Luleå wieder da.
Diese Rückkehr ist auch dahingehend bemerkenswert, da THE DUSKFALL Anfang der 2000er als eine DER Hoffnungen und Senkrechtstarter der skandinavischen Melo Death Szene galten. Die ersten beiden Alben „Frailty“ und „Source“ wurden abgefeiert. Mit „Lifetime Supply Of Guilt“ kam dann sogar großer Erfolg dazu. Kaum jemand kennt den Überhit „Shoot It In“ nicht, der eventuell einer der besten Melodic Death Metal Songs überhaupt ist. Und dann war die Band plötzlich weg, löste sich auf, fand sich wieder zusammen aber produzierte wenig und blieb unter dem Radar.
So viel sei gesagt: der Opener „Entomb My Shadow“ des neuen Albums „The Everlasting Shadows“ wird vielen Fans der Szene ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es geht zackig los. Das Riffing wirkt von Anfang an angenehm vertraut. Doppelläufe und tolle Hooks leiten in eine großartige melodische Bridge, die sich dann im Refrain noch weiter aufmacht. Schwedischer Melodic Death Metal muss genau so klingen. Stimmlich bewegt sich Mikael Sandorf noch immer in den Regionen des unvergesslichen Tompa Lindbergs.
Und so geht es weiter. THE DUSKFALL manövrieren gekonnt im Terrain zwischen DARK TRANQUILLITY und alten IN FLAMES, ohne die Ikonen der Szene jemals nur zu kopieren. „As Our Days Are Dying” überzeugt mit Ohrwurm Refrain und tollem Solo, während der Titeltrack mit deutlich härterem Riffing die Death Metal Wurzeln betont. Was die Schweden aber durchgehend herausragend schaffen, ist es die Eingängigkeit und den Groove zu behalten.
„World Of Lies”, „Kneedeep In The Grave“ und das abschließende „The Peacemaker“ sind Beispiele des typischen Gothenburg Sounds, ohne Schnick-Schnack, ohne Keyboards oder cleane Kompromisse. Allzu oft klingen THE DUSKFALL auf dem Album wie die bereits erwähnten Granden der Szene zu ihrem Höhepunkt. Für manche mag das nicht recht innovativ sein, für viele Fans dieser Stilrichtung wird das ein wunderbares Coming Home Erlebnis darstellen.
„Legion“ geht langsamer zu Werke, ist aber durch das coole Riffing im Verse und der Bridge, sowie dem fantastischen melodischen Refrain ein weiteres Highlight des Albums. „Night At The Graves” und “Golem” sind mit brutalem Riffing teils im typischen schwedischen Death Metal verhaftet. THE DUSKFALL beweisen aber ein ums andere Mal ein echtes Gespür für Hooks und bauen sich aufbauende Melodien ein.
„The Everlasting Shadows” ist nicht nur ein Comeback, sondern eine Kampfansage an die Spitze der Melodic Death Metal Szene. In dieser Verfassung dürfen uns THE DUSKFALL gerne noch lange erhalten bleiben.
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „The Everlasting Shadows“:
1. Entomb My Shadow
2. As Our Days Are Dying
3. The Everlasting Shadows
4. World Of Lies
5. Legion
6. Night At The Graves
7. Kneedeep In The Grave
8. Golem
9. The Peacemaker
Gesamtspielzeit: 39:20
