
PAGANIZER sind das wohl bekannteste Projekt des Metal Tausendsassas Rogga Johansson. Ist es auch sein Lieblingsspielzeug? Wer weiß das schon. Aber seit der Gründung 1998 und einigen Besetzungswechseln gibt es nach dem Vorgänger „Flesh Requiem“ mit Album Nummer 14, „As Mankind Rots“, bereits den nächsten Langdreher auf dem Markt.
Und genau hier liegt der Hund begraben. Die Musik Johanssons ist in dieser Masse ohnehin schon recht schwer zu unterscheiden. Und im Hause PAGANIZER verhält es sich nicht anders. Das neue Album bietet im Grunde genommen genau dasselbe Produkt wie der Vorgänger. Es sind elf Songs im schwedischen Oldschool Death Metal Gewand. Zwar alle von höchster Güteklasse, der Mann weiß definitiv, wie man gute bis sehr gute Songs schreibt, aber alles klingt wie schon gehört. Wer Rogga Johansson bekommt, weiß schon vorher was drinnen ist könnte man meinen.
Der Opener und Titeltrack legt ohne Umschweife oder Intro direkt los. Aggressive HM-2 verzerrte Death Metal Riffs und galoppierende Drums legen sich gut produziert über die Hörer*innen. Die typischen Tempowechsel der Rythmussektion sind allgegenwärtig. Mal ballert Matthias Fiebig an den Drums im D-Beat dahin und wechselt dann wieder auf Mid-Tempo Doublebass. Johanssons Stimme gurgelt rau und kratzig drüber. Auch im folgenden „Devoured“ ist das so und wirkt insgesamt schon zu Beginn recht generisch.
„Aftermath Bleeder“ kann mit einer coolen Hook dienen und wirkt grundsätzlich deutlich melodischer, während „Put On Your Gasmask“ tatsächlich in Richtung UNLEASHED schielt. Die Uptempo Nummer mit guter Energie steht auch PAGANIZER richtig gut.
Dann biegt „As Mankind Rots“ doch wieder in gewohnte Gefilde ab. Die Riffs wirken wohlbekannt, es groovt gut in bekannter ENTOMBED Manier. Aber die großen Songs, die auch im Ohr hängen bleiben fehlen. Zum Ende hin setzt „Vanans Makt” als eine Neuaufnahme eines Songs aus 2020 tatsächlich ein paar Akzente. Die weiblichen Vocals von Bukten, Sängerin der schwedischen Punkband LASTKAJ 14, gehen wirklich gut rein und machen das Stück catchy und interessant.
Alles in allem wirkt es so, dass 14 Monate seit dem letzten Album doch ein zu kurzer Zeitrahmen sind, um ein neues wirklich fesselndes Werk zu kreieren. So bleibt „As Mankind Rots“ als „nur“ ein weiterer Longplayer in der Diskographie von PAGANIZER stehen.
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „As Mankind Rots“:
1. As Mankind Rots
2. Devoured
3. Aftermath Bleeder
4. Only Maggots
5. Put On Your Gasmask
6. Hollow
7. A Testament To Madness
8. Afterworld
9. The Rotting End
10. One Way To The Grave
11. Vanans Makt
Gesamtspielzeit: 39:15
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