
No Safe Place
(Melodic Black Metal)
Label: Folter Records
Format: (LP)
Release: 12.12.2025
Frankreich hat in vielerlei Hinsicht eine lebendige und bemerkenswerte Metalszene. Dies umfasst auch den Black Metal Underground, der manchmal eher unbeachtet, seine Schätze birgt. Der Ruf hat gelitten, keine Frage, gibt es doch Bands, welche hier bewusst durch namentliche Nennung nicht noch Aufmerksamkeit bekommen sollen, die eine gesamte Szene in die rechte Ecke drängen wollten.
Manche haben durch eine Neuausrichtung den Schritt aus dem Underground geschafft, wie die famosen Blackgazer ALCEST sowie die Avantgardisten von BLUT AUS NORD. Andere wie CELESTE blieben stets eher im Schatten. OPPRESSION aus Bordeaux gehen in eine ähnliche Richtung, haben sich seit Gründung 2023 dem Melodic Black Metal verschrieben und uns mit ihrem Debüt „No Safe Place“ eine absolute Überraschung beschert. Dieses Album hat es nämlich so wirklich in sich.
Neun Songs voller furioser Raserei und grandioser Melodien erwarten die Hörer*innen und ziehen thematisch in eine Hölle aus Isolation, Verlust und der verzweifelten Suche nach einem Ausweg aus dieser persönlichen Qual. All das ist perfekt vorgetragen mit einer intensiven Krächzstimme, machmal Spoken Words Passagen, perfekt eingetaktet in atmosphärische, fast cineastische Klanglandschaften („The Call Of The Night“).
OPPRESSION haben ein hervorragendes Gespür für das Herauskitzeln von Emotionen. Sei es pure Wut und Aggression durch infernale Raserei mit Tremolo Attacken und Doublebass Feuer wie im Opener „No Safe Place“, „The Call Of The Night“ und dem Closer „Nice Death Matters“.
Die Glanzstücke des Albums sind ganz klar „Homeland’s Fury“, „Psalm For The Fallen“ und „Maria Rosenthal”. Ersteres besticht zuerst durch sensationelle melodische Tremoloriffs vor Doublebass Gewitter, die tatsächlich grooven wie Sau. Die Midtempo Passagen reißen einen plötzlich in eine unerwartet epische Stimmung. Dieses perfekt balancierte Spiel mit Geschwindigkeiten ist eine große Stärke der Franzosen. Auch das folgende „Psalm For The Fallen“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Ist aber gar noch eine Spür hymnischer in seinen melodischen Auswüchsen.
„Maria Rosenthal” ist herausragend balanciert. Die Geschwindigkeit ist fast durchgehend hochgehalten, aber OPPRESSION schaffen mit dem Song ein groovendes Ungetüm, das durch eine extrem intensive Vocal Performance ein unbehagliches Gefühl schafft. Die Mid-Tempo Unterbrechung zur Mitte hin ist so wuchtig umgesetzt, dass einem die Nackenhaare zu Berge stehen.
„No Safe Place“ ist ein herausragendes Debütalbum der jungen Franzosen. Einziger kleiner Kritikpunkt sind die Spoken Word Passagen, die zwar an sich toll zur Musik passen, aber zum Teil durch den extremen französischen Akzent fast ins Komödiantische kippen.
Tracklist „No Safe Place“:
1. No Safe Place
2. Attrition
3. Homeland’s Fury
4. Psalm For The Fallen
5. Maria Rosenthal
6. Journey Beyond Consciousness
7. End Humanism
8. The Call Of The Night
9. Nice Death Matters
Gesamtspielzeit: 41:42
