
Es gibt sie immer wieder diese Platten, die einen nach dem ersten Hören in den Bann ziehen und dann so schnell nicht mehr loslassen. Das Quintett TAKER aus Buffalo, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Hardcore Band aus Deutschland veröffentlichte mit ihrem Debüt „Sons And Daughters“ ein ebensolches.
Charmanterweise deckt sich dann der Albumtitel gleich mit den ersten Lyricszeilen, des Openers „Reach Out“ und TAKER punkrocken straight und schnörkellos als hätten die Punkgranden RAMONES auf Oi! Punk umgesattelt. Einen Eindruck den das nachfolgende sich in die Gehörgänge fräsende „For You“ noch angenehm verstärkt.
Das treibende „Big Step“ verneigt sich auch wegen der an Rune Rebellion und Euroboy gemahnenden Gitarrenarbeit vor den legendären norwegische Death Punker TURBONEGRO zu deren „Ass Cobra“ Zeiten. „We Don’t Call“ eröffnet mit einem rotzigen „Oi!“ und steht stellvertretend für die Songwritingfinesse die die Musiker*innen von TAKER, die in teilweise namhaften Bands wie VIOLENT WAY, THEY LIVE, BIG DOG oder CANDY werken, an den Tag legen. Denn die Songs rocken nicht nur unwiderstehlich, sondern strotzen in dem musikalisch eng gesetzten Korsett vor musikalischen Feinheiten. Diese sorgen für eine zwingende Kurzweiligkeit, wie man es seit den grandiosen TYRANT aus Dänemark wohl nicht mehr gehört hat.
Sänger Eric Ellman, der bei den schon erwähnten VIOLENT WAY die Felle malträtiert übergibt mit den Worten „Listen!“ in „Boots“ das Wort an die großartige wie sympathische Kanadierin Jenny Woo, die regelmäßig ihre Stimme gegen die leider auch in der Punkszene nicht so seltene Misogynie erhebt. „Alias“ und auch das knapp einminütige „No Score“ ziehen dann das Tempo wieder deutlich an und lässt den Oi! und Streetpunk ein wenig mehr Raum, ohne dabei auf die sonst vorherrschende rockige Note zu vergessen. Die Rhythmusfraktion sticht über die volle Albumlänge heraus und verleiht den Songs noch zusätzlichen Druck. Das abschließende „Divider“ glänzt dann auch noch mit schmissigen Keys.
Für Punkrocker*innen, Skins und Hardcore-Heads gibt es heuer wohl wenig Wege vorbei an TAKER. „Sons And Daughters“ ist eines der ersten Highlights des erst jungen Musikjahres 2026. Holt Euch die Scheibe!
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Sons And Daughters“:
1. Die Trying
2. Blood To Bone
3. Carousel
4. The Clod
5. Purest Existence
6. Nailed Down
7. Not Your Breed
8. Bricksucker
9. In Vino Veritas
Gesamtspielzeit: 20:11
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