Lonely God European Tour: FIT FOR A KING, MEMPHIS MAY FIRE, ACRES, 156/SILENCE @ Posthof, Linz (03.04.2026)

 

Tourposter von Fit For A KIng


Ich kannte keine der vier Bands an diesem Abend. Nicht eine. Was mich aber trotzdem in den Posthof gebracht hat, war die Tatsache, dass die Show ausverkauft war und dass wieder mal was in Linz ist und ich nicht nach München oder Wien fahren musste.

156/SILENCE aus Pittsburgh haben den Abend eröffnet, und sie haben keine lange Anlaufzeit gebraucht. Die Band ist auf die Bühne gekommen und direkt losgelegt. Keine großen Ansagen, keine Inszenierung, nur Songs, die für sich sprechen sollten. Was an diesem Abend – der um 18.00 Uhr schon begonnen hat – leider nicht ganz aufgegangen ist, war der Sound. Der Mix war dumpf, die einzelnen Instrumente hat man kaum voneinander unterscheiden können. Schade, denn das, was man durch den Matsch hindurch gehört hat, hätte durchaus Potenzial gehabt. Die Mischung aus scharfen Screams und vereinzelten Clean Vocals hat einen eigenen Charakter gehabt. Der Sound hat ihnen an diesem Abend leider nicht den Gefallen getan, den sie vermutlich verdient hätten.

156/Silence im Posthof Linz

ACRES waren der zweite Act und haben leider mit denselben Soundproblemen zu kämpfen gehabt. Auch hier leider sehr dumpf und undifferenziert. Das Letzte, was man bei einer Band will, die eigentlich von dynamischen Wechseln zwischen ruhigen Passagen und schweren Parts lebt. Trotzdem hat man gemerkt, dass da mehr dahintersteckt. Sänger Ben Lumber hat viel Wert auf Stimmung und Dynamik gelegt, die Songs haben sich langsam aufgebaut, bevor sie im Refrain oder Breakdown losgelassen haben. Während des Konzerts fiel mir auch, dass ich ACRES schon einmal gesehen habe. Und zwar war ich 2019 bei der Farewell-Show von CASEY wo ACRES Support machten, als die Band gerade mal ihre erste EP draußen hatte. Dass sie jetzt auf einer ausverkauften Tour als Support spielen, zeigt, wie weit sie seitdem gekommen sind.

Acres im Posthof Linz

Ab MEMPHIS MAY FIRE hat sich der Sound plötzlich merklich gebessert. Die Texaner aus Denton haben ihren typischen Mix aus harten Breakdowns und eingängigen Refrains geliefert und im Posthof hat das endlich auch so geklungen, wie es klingen sollte. Die Band ist seit vielen Jahren unterwegs und entsprechend routiniert ist auch ihr Set abgelaufen. Sänger Matty Mullins hat zwischen harschen Screams und emotionalen Clean-Vocals gewechselt, und gerade die Choruses haben im ausverkauften Raum gut funktioniert. Die Crowd hat mitgezogen, und wenn man nicht gewusst hätte, dass da noch ein Headliner kommt, hätten MEMPHIS MAY FIRE auch als ein solcher durchgehen können.

Memphis May Fire im Posthof Linz

Dann FIT FOR A KING. Die Band aus Texas, gegründet 2007, hat mit „Begin the Sacrifice“ eröffnet und sofort klargemacht, warum der Posthof an diesem Abend ausverkauft war. Die Crowd hat jedes Wort mitgeschrien, die Pits haben sich geöffnet, Crowdsurfer*innen sind nach vorne getragen worden. Die Setlist hat einen Querschnitt aus neuem und älterem Material geboten, und der ständige Wechsel zwischen brachialer Härte und emotionalen Momenten hat dem Set eine Dynamik gegeben, die einen durch den Abend getragen hat.

Besonders „Between Us“ ist ein Moment gewesen, der im Raum nachgehallt hat. Der Song hat alles runtergefahren, Bassist Ryan O’Leary hat das Mikro übernommen. Ein ruhiger Moment inmitten eines ansonsten recht kompromisslosen Sets. Neuere Songs wie „Monolith“ und „Technium“ haben die nötige Aggression gebracht, und „When Everything Means Nothing“ hat den ganzen Saal zum Mitsingen gebracht.

Geschlossen hat die Band mit „Witness the End“, einem Song, der mit seiner düsteren Atmosphäre und dem finalen Gitarrensolo den Abend auf genau die richtige Art beendet hat.

Fit For A King im Posthof Linz


Setlist FIT FOR A KING:

1. Begin the Sacrifice
2. The Temple
3. Extinction
4. No Tomorrow
5. Shelter
6. Monolith
7. Blue Venom
8. Backbreaker
9. Between Us
10. Keeping Secrets
11. Engraved
12. Breaking the Mirror
13. Technium
14. Lonely God
15. When Everything Means Nothing
16. Witness The End


Metalcore dieser Sorte ist nicht mein übliches Terrain. Keine der vier Bands hat mich an diesem Abend so gepackt, dass ich am nächsten Tag ihre Diskografie durchgehört hätte. Aber ein ausverkaufter Posthof, eine Crowd die von der ersten bis zur letzten Minute Bock hatte und vier Bands die solide bis sehr gute Sets abgeliefert haben. Man kann sagen das war ein guter Abend. Und manchmal reicht das.

Autor & Fotos: Anthony Seidl


Band-Links:
FIT FOR A KING, MEMPHIS MAY FIRE, ACRES, 156/SILENCE

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