LEPROUS - The Congregation
LEPROUS
The Congregation
(Progressive Metal)

 


Label: InsideOut
Format: (LP)

Release: 25.05.2015


Im Vorprogramm von AMORPHIS konnten mich die norwegischen Progressive Metaller LEPROUS mit ihrem düsteren, depressiven Sound sofort fangen. Die Meisterwerke „Tall Poppy Syndrome“ (2009), „Coal“ (2013) und vor allem mein Favorit „Bilateral“ (2011) hatten großes Suchtpotential und allesamt die Höchstnote verdient. Erneut brauchte das sympathische Quintett nur zwei Jahre um einen Nachfolger zu basteln. „The Congregation“ hat es wahrlich nicht leicht nach so genialen Alben nochmal eine Steigerung zu vollführen, doch LEPROUS haben bereits mehrfacht bewiesen, dass sie überraschen können und wahre Meister ihres Faches sind.

„The Congregation“ fängt zwar etwas verhalten, aber doch verdammt vielversprechend mit „The Price“ an. Sofort herrscht die bekannt düstere Atmosphäre, der Song baut einen unheimlich starken Spannungsbogen auf und ist vollgepackt mit Emotionen, die vor allem durch Frontmann und Keyboarder Einar Solberg perfekt transportiert werden. Die Jungs, die auch als Backup Band für IHSAHN fungieren, haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt um ihre einzigartige Atmosphäre in die klug arrangierten Songs zu packen. Auch wen Einar sich bemüht viele Schlüsselparts immer und immer wieder zu präsentieren, benötigt „The Congregation“ ebenso viel Zeit wie „Coal“ um sich vollends zu entfalten. Auch „Third Law“ hat großartige Qualitäten. Das abgehackte Riffing und die dezenten Melodien gehen in Richtung Psychedelic, doch man bringt im richtigen Moment starke Melodien ein und liefert einen verdammt starken und hypnotischen Refrain ab. Erneut überzeugt Einar mit Gänsehaut-Vocals in hohen Tonlagen. Doch die Spannung steigt mit „Rewind“ noch weiter ins Unermessliche. Der 7-minütige Song beginnt minimalistisch mit avantgardistischen Klangspielereien, ehe Neuzugang Baard Kolstad an den Drums wieder einen fast schon unverschämten Spannungsbogen aufbaut und Solberg in Begleitung von Synthies schön in den Track einführt, der sich bald mit Ambient-Elementen immer weiter steigert und in ein heftiges und emotionales Finale gipfelt, bei dem es Gänsehaut-Shouts obendrein gibt.

Was für eine Achterbahnfahrt bis hier hin, doch LEPROUS haben noch lange nicht alles gesagt und bieten weitere Highlights in Form des verhältnismäßig lockeren „Triumphant“, dem Emotions-Monstrum „Down“, dem treibenden und zum Eintauchen animierende „Moon“ oder dem erneut avantgardistisch angehauchten Finale „Lower“. Womöglich ist „The Congregation“ auf die komplette Distanz etwas anstrengend und benötigt wie bereits erwähnt seine Zeit, doch die intensive und emotionale Musik, die sowohl Abgründe, Zerfall und eine triste dystopische Welt, als auch Hoffnung und Zukunft verspricht, trifft über die volle Distanz den Nerv des Hörer, wenn er sich auf die Musik von LEPROUS einlässt und ihr die nötige Zeit gibt. Zwar bleibt für mich „Bilateral“ aufgrund der etwas höheren Anzahl an ganz großen Momenten knapp vorne, doch „The Congregation“ ist ausgereifter, homogener und nicht minder ein Meisterwerk.


Tracklist “Coal”:
Tracklist:
1. The Price
2. Third Law
3. Rewind
4. The Flood
5. Triumphant
6. Within My Fence
7. Red
8. Slave
9. Moon
10. Down
11. Lower
Gesamtspielzeit: 65:20


www.leprous.net

LEPROUS - The Congregation
LEPROUS – The Congregation
LineUp:
Einar Solberg
Tor Oddmund Suhrke
Øystein Landsverk
Baard Kolstad
10
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