DREAM THEATER – A View From The Top Of The World
DREAM THEATER
A View From The Top Of The World
(Progressive Metal)

 


Label: InsideOut
Format: (LP)

Release: 22.10.2021


We just love to play our instruments. That never goes away. I love to be creative, write, and exercise that part of my mind. We’ve been able to do this for a long time, and we don’t take it for granted. Whenever we get together, we know we can’t disappoint ourselves or our fans, so we manage to try even harder.John Petrucci

Das Theater der Träume ist wieder unterwegs und bereits zwei Jahre nach dem letzten Werk auch schon wieder in deiner Stadt. Unglaublich welche Schlagzahl die Ausnahmemusiker John Petrucci, Jordan Rudess, John Myung, Mike Mangini und ihr Fronter James LaBrie haben. Für eine, wenn nicht sowie die größte und beste Band des Progressive Metal, da sind alle zwei, drei Jahre neue Alben schon erstaunlich, vor allem da man ja normalerweise auch ausführlich tourt und extrem komplexe Kompositionen herzaubert.

Ich muss zugeben, dass ich mit in früheren Phasen von DREAM THEATER etwas mehr für neue Alben interessiert habe. Egal ob das extrem rohe und heavye „Train Of Thought”, das poppige „Octavairum” oder das abwechslungsreiche und unvorhersehbare „A Dramatic Turn Of Events“, die Amis hatten irgendwie immer neue Asse im Ärmel. Spätestens seit dem 2013 sebstbetitelten „Dream Theater“ waren zumindest die Überraschungen nurmehr im Detail zu finden.

Mit „A View From The Top Of The World” gehen die Herren nun einmal mehr konsequent ihren Weg weiter und tun das, was sie halt am besten können. Schon „Distance Over Time“ war recht heavy geraten und so startet auch das nun 15. Alben recht rifflastig und gibt die Marschrichtung gut vor. Hart, aber differenziert und auch über weite Strecken eingängig sowie stets verspielt, zeigt man sich, aber ebenso fokussiert, technisch raffiniert und bis ins letzte kleine Detail durchkonstruiert. James versucht immer mal wieder neue Facetten reinzubringen, steckt aber halt nach wie vor in seine Stimme etwas fest, arbeitet hier und da mit Effekten, überlagerten Vocals und kleinen Duetts mit sich selbst. Also auch hier alles beim Alten und Besten.

Für Abwechslung ist dennoch gesorgt. Und so tönt das neue Album definitiv auch frisch und unverbraucht genug, um auch Fans der ersten Stunde zufrieden zu stellen. Recht ruppig, aber dann bald verspielt, verträumt und wunderschön zeigt sie zunächst „The Alien“ und wirft eigentlich schon so ziemlich alle wichtigen Trademarks von DREAM THEATER in den Ring. Leicht dystopische, düstere Untertöne dürfen aber ebenfalls nicht fehlen. „Answering The Call“ zeigt sich etwas kompakter, aber nicht minder komplex. Coole Effekte von Rudess gepaart mit modernen Riffs und kleinteiliger Synthiearbeit machen schon mal Lust auf mehr. Man fühlt sich von den Melodien aber auch schnell an frühe Nummern wie „Pull Me Under“ erinnert. Düster und eindringlich geht es mit „Invisible Monster“ weiter, wohingegen „Sleeping Giant“ zunächst mit Old-School Riffs und coolen Orgelklängen überzeugt, im Verlauf folgen noch treibende Keys, ein wunderschöner Refrain und einige Thrash-Elemente. Auch hier hört man wieder den düsteren Unterton, da man sich thematisch auf dem Album immer wieder mit der Psyche auseinandersetzt.

Es folgt das fast schon sonnig tönende „Transcending Time“, ehe mit „Awaken The Master“ der instrumentale Overkill, 8-Saiter inklusive folgt. Dennoch schaffen es Petrucci und Co. hier bei der Stange zu halten und es nie zu übertreiben. Apropos übertreiben. Der Titeltrack kommt auf mehr als 20 Minuten. Das nun zu sezieren, würde wohl den Rahmen sprengen, aber das Teil zu entdecken lohnt sich definitiv, da auch hier unzählige neue und alte Facetten der Band aufgegriffen werden.

DREAM THEATER sind stark wie eh und je, nur halt etwas überraschungsärmer. Aber was muss eine Band nach 15. Alben in über 30 Jahren noch beweisen? Vor allem, wenn man sowieso schon seit Dekaden an der Spitze des Genres sitzt – da mag der Albumtitel fast schon etwas mehrdeutig und größenwahnsinnig erscheinen, aber wenn es sich jemand leisten kann, dann sich diese Band. Einmal mehr: Hut ab!

 


Tracklist “A View From The Top Of The World”:
1. The Alien
2. Answering The Call
3. Invisible Monster
5. Transcending Time
6. Awaken The Master
7. A View From The Top Of The World
Gesamtspielzeit: 70:10


www.dreamtheater.net

 

DREAM THEATER - 15. Studio-Album erscheint im Oktober
DREAM THEATER – A View From The Top Of The World
LineUp:
James LaBrie
John Petrucci
John Myung
Jordan Rudess
Mike Portnoy
8.5
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