Brincamos Tour 2025: TITO & TARANTULA, CADÛ @ KV Röda, Steyer (29.03.2025)

tito & tarantula - brincamos tour


Im Zuge der Brincamos Tour, gastierten die legendären Chitano- und Blues Rocker von TITO & TARANTULA im altehrwürdigen KV Röda in Steyr, dass ich persönlich an diesem Abend zum ersten Mal besuchen durfte.

Den Anfang machten die interessanten Österreicher*innen CADÛ, die zudem als einziger Support des Abends fungierten. Eine Band, die nicht einfach einzuschätzen war, aber einschlug wie eine energische und abgefahrenen Bombe. Schon an der optisch recht bunt gemixten Truppe, die in verschiedensten Kleidungsstilen auf der Bühne stand – bzw. im Falle des Drummers saß – zeigte, dass hier viele Einflüsse eine Rolle spielen. Allen voran fiel natürlich Frontdame und Energiebündel Scharmien Zandi auf, die offensichtlich einiges mit ihren Texten zu sagen hatte. Der Mix aus Classic Rock, Psychedelic, Blues und vielen weiteren Einflüssen funktionierte wunderbar, ging unter die Haut, wühlte auf, konnte aber auch zum Schwelgen motivieren.

TITO & TARANTULA, CADÛ

Scharmien tanzte, hüpfte und zeigte teils laszive Moves und ging in ihrer Musik voll auf. Stimmlich legte sie eine gewaltige Bandbreite hin und die teils geshouteten Sprechvocals hatten etwas von einer Aktivistin, die energisch ihren Standpunkt vertreten möchte. Jedenfalls war klar, dass die Texte eine Botschaft haben. Die Bühne war zudem mit allerlei esoterisch wirkenden Kram bestückt und auch sonst war auf den Brettern des KV Röda so einiges zu bewundern. Das Set verging wie im Flug und die Truppe um die Sängerin, Künstlerin und Regisseurin, die auch mit sympathischen Ansagen punkten konnte, hinterließ einen mehr als starken Eindruck bei den Anwesenden.
[maxomer]

TITO & TARANTULA, CADÛ

Setlist CADÛ:
Hyenas
Lucid Dreaming
Oi
DNA
Mesmerizing Flow
Pychotic Parade

Kurz darauf: Es ist auf die Minute 21:30, TITO & TARANTULA stapfen entspannt auf die Bühne und sie zelebrieren diesen Akt wie Könige. Ganz gemächlich nimmt man den Platz an den Instrumenten ein und genießt den Augenblick und den Jubel der Zuschauer. Worte sind zur Begrüßung rar und ein simples: „Buenas noches“, reicht dem Fronter, ehe „Jupiter“, vom wohl bekanntesten Werk „Tarantism“ aus dem Jahre 1997 das Set würdig eröffnet. Der Sound ist von Anfang bis zum Ende gut und lässt keine Wünsche offen.

Die Menge ist von Beginn an gut drauf und steigert sich je länger der Gig dauert. Kein Wunder bei der Hitze im Röders und den immer wiederkehrenden Aufforderungen der Damen im Hintergrund, sich munter und rege zu beteiligen. Die Aufteilung auf der Bühne ist mehr als fair, denn neben Urgestein Tito Larriva, der standesgemäß in Schwarz gekleidet ist und mit Sonnenbrille ausgestattet, gesellen sich Gitarrist Marcus Praed und ein namenlosen Drummer dazu. Außerdem darf die bezaubernde Tochter des Meisters, namentlich Lolita Carroll Larriva ebenso wenig fehlen, wie die beiden begabten Damen im Hintergrund, die immer wieder ihre Instrumente wechseln, für Stimmung sorgen, mitsingen, die Percussion gut im Griff haben, aber auch mal zur Gitarre und dem Keyboard greifen.

TITO & TARANTULA, CADÛ

Nach sechs Jahren Pause haben TITO & TARANTULA, passend zur Tour, ein neues Album, mit dem Titel „Brincamos!“ mit im Gepäck. Ganze sechs Songs vom neuesten Streich schaffen es gleich in die Setlist. Auch wenn das Material wohl nur den wenigsten gut bekannt sein dürfte, ist von Langeweile oder Tristesse keine Spur. Besonders „99 Point – 9“, das man zu Beginn eigentlich „99 Red Balloons“, mit hörbarem Augenzwinkern nennt, sich aber von Rechtsstreitereien fernhalten will, bleibt auf jeden Fall in Erinnerung. Tito plaudert wie gewohnt immer wieder Mal aus dem Nähkästchen. Im Jahr 1997 habe er einen Anruf von einem, noch wenig bekannten Regisseur mit dem Namen Robert Rodriguez, der ihn fragt, ob er nicht einen Song zum Soundtrack beisteuern wolle, bekommen. Nach kurzen Überlegen und dem Versprechen einer kleineren Rolle als Taxifahrer, der Johnny Depp chauffiert, ist der Deal im Kasten. Doch von Johnny keine Spur bei den Dreharbeiten und so hat Tito seine Rolle im infamosen Greenscreen drehen dürfen. Diese kleine Demütigung ist anscheinend nach fast 30 Jahren noch immer nicht ganz überwunden und sorgt er damit zumindest für heiteres Gelächter.

tito & Tarantula roeda steyr 2025

„Bitch“ wird überraschend auf Deutsch angekündigt, „In My Car“ kommt fast narkotisierend daher, während „Bed Of Lies“ ordentlich rockt. Die Kollegen und Damen an der Seite von Tito halten sich dafür mit Ansprachen zurück, konzentrieren sich auf ihre Instrumente und lass ihrem Anführer den Kontakt zu den Fans suchen. Doch zu übersehen ist auch Lolita Carroll (was für ein Name) nicht in ihrem hautengen roten Kleid und ihrem fast durchgehenden Grinsen samt den passenden Tanzbewegungen. Alles in allem eine sehr gut gelaunte Truppe an diesem Abend. Die Zeit vergeht wie im Flug, es wird  getanzt und geschunkelt und es folgt der Höhepunkt des Konzertes. „After Dark“ ist einfach Pflichtteil und über diesen Song muss man wohl nicht viele Worte verlieren. Tito beginnt während der Nummer sich Damen aus dem Publikum zu fischen um gemeinsam zu tanzen. Die Bühne füllt sich recht schnell und auch der ein oder andere männliche Besucher darf  TITO & TARANTULA ganz nahe erleben. Wunderbarer Song, der live großartig funktioniert. Danach wurde kurz und schmerzlos die Bühne geräumt, um mit „Angry Cockroaches“ etwas das Gaspedal durchzudrücken.

TITO & TARANTULA, CADÛ

Anschließend verabschiedet man sich für ein paar Minuten hinter die Bühne, um zur Zugabe noch einmal alles zu geben. Neben „Motorcycle Girl“ darf zu „La Bamba“ auf mexikanisch ein letztes Mal das Tanzbein geschwungen werden, ehe man sich kurz verabschiedet und durchnässte Damen und Herren, Jungs und Mädels zurück lässt.
[AndyVanHalen]


Setlist TITO & TARANTULA:
Jupiter
When U Cry
In My Car
Clumsy
Pistolero
Clavo Y La Cruz
Slow Dream
Bleeding Roses
Back To The House
X The Soul
99 Point – 9
Bitch
Lady Don’t Leave
We Danced
Sneer
Bed Of Lies
After Dark
Angry Cockroaches

Strange Face
Motorcycle Girl
La Bamba


Ein sehr feines Konzert einer top motivierten und sympathischen Truppe, sowie sehr starkem Support, im rappelvollen Röda, das allen Anwesenden offenischtlich mächtig Spaß machte. Einziger Wehrmutstropfen, das Fehlen des Klassikers „Killing Just For Fun“, das bestimmt für Begeisterung gesorgt hätte, aber bei der Hitdichte definitiv zu verschmerzen. Bitte gerne bald mal wieder.

 

Autor: Andreas Wollerserberger | Max Wollersberger
Fotos: Max Wollersberger
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Band-Links:
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