
Elizabeth MaeHale IV, besser bekannt als Lzzy Hale räumt schon seit den späten 90ern gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Arejay Hale unter dem Banner HALESTORM die Rockwelt von hinten auf. Neben einem Grammy zeugen auch Auftritte mit METALLICA, VOLBEAT, SHINEDOWN, sowie dem Support beim BLACK SABBATH Abschied von ihrem Erfolg. Und der ist mehr als verdient.
Mit „Everest“ schlagen die Amerikianer*innen nun ein neues, überraschend nachdenkliches Kapitel auf. Statt mit einer Power-Rock-Hymne wie „Miss The Misery“ veröffentlichte man mit „Darkness Always Wins“ ein tiefgründiges, melancholisches Meistwerk, das sofort unter die Haut geht und nicht mehr loslässt. Lzzy beginnt ruhig, aber schon kraftvoll, begleitet von unglaublich schönem und filigranem Keyboard und dezent angeschlagenen Gitarrenklängen, steigert sich diese Powerballade immer weiter und auch die Frontdame gibt immer mehr Stoff, ehe sich der Track immer weiter der Klimax nähert, E-Gitarren einsetzen und dann im Finale explodiert. Wahnsinn!
Aber nicht nur die erste Single kommt düster daher, auch der mit verdammt heavy Riffs ausgestattet Opener „Fallen Star“, regt zum Nachdenken an. Flirrende Gitarrenleads und Soli bringen den Song zur heavy Ekstase. Es folgt mit dem Titeltrack das nächste Highlight. Verträumtes Summen leitet ein, stampfende Rhythmen regen zum Mitwippen an und der Refrain lädt zum Versinken und Mitträllern an:
Oh, and my survival is suicidal – This vicious cycle
Knowing I won’t ever rest – Until my dying breath
‚Til I have nothing left – Everest
„Shiver“ zeigt sich als verträumte Hymne mit leicht laszivem Gesang und hörbarem Herzschmerz, wohingegen „Like A Woman Can“ aus der Zeit gefallen erscheint. Trauriges Klavier, Jazz-Beats und bluesiger Gesang, der Tiefgründiges verkündet – „Why can’t you love me… like a woman can“. Klassischeren Heavy Rock gibt es mit dem treibenden „Rain Your Blood On Me“. Eine waschechte Live-Hymne, denn im Refrain gibt es theatralischen, langgezogenen Gesang mit hallernden Backings. Ein Track, der im Stadion für tausende heisere Kehlen sorgen wird.
Just killers – no fillers, wie auch das eindringliche „Gather The Lambs“ mit heavy Refrain und ruhig kontrastierenden Parts zeigt. Verträumt und gleichzeitig theatralisch überzeugt „Shiver“, für das eine Lady Gaga oder Miley Cyrus wahrscheinlich töten würden. Richtig noisy wird es im punkigen „Watch Out!“ und auch „K-I-L-L-I-N-G“, das zwischen Noise und Highschool-Rock und Punk schwankt zeugt von Ideenreichtum und Energie. Mit „How Will You Remember Me“ zeigt man zudem, dass man auch radiotauglich und trotzdem authentisch tönen kann.
Was für ein Meisterwerk. Auf ihrem sechsten Album zeigen sich die Hale-Zwillinge und ihre Kollegen aus Pennsylvania kreativ, energisch und eindrucksvoll. HALESTORM sitzen nicht umsonst auf dem Thron des Power-Rock und verteidigen mit diesem Meistwerk diese Position mühelos.
Tracklist „Everest“:
1. Fallen Star
2. Everest
3. Shiver
4. Like A Woman Can
5. Rain Your Blood On Me
6. Darkness Always Wins
7. Gather The Lambs
8. WATCH OUT!
9. Broken Doll
10. K‑I‑L‑L‑I‑N‑G
11. I Gave You Everything
12. How Will You Remember Me?
Gesamtspielzeit: –
