
Dead Dreamer
(Atmospheric Doom Metal)
Label: DIY
Format: (EP)
Release: 19.03.2026
Lähmend und unendlich schwer kommen ARCHITECTS OF AEON auf dem Opener „This Impending Doom We Carry“ aus den Boxen. Von der ersten Sekunde an ist die Stimmung auf der neuen EP „Dead Dreamer“ des Thüringer Duos spürbar in seiner Hoffnungslosigkeit und schier grenzenlosen Melancholie. Hier durchdringt kaum ein Lichtstrahl den dunklen Soundwall des (Death) Doom Geschwaders.
Was die beiden Kasseler definitiv von vielen Kollegen des Genres unterscheidet, ist das problemlose Überschreiten von Stilgrenzen. Hier ist viel Platz für postige Klanglandschaften, wo gefühlt leerer Raum von tiefen Gitarren und hämmernden Drums erfüllt werden. Und dann schwingt das Pendel wieder in die entgegengesetzte Richtung aus und Death/Black Doublebass Gewitter brechen über einen herein. Die tiefen gurgelnden Vocals, fast sludgig rau und dreckig, geben der Atmosphäre den letzten wütenden Anstrich.
ARCHITECTS OF AEON haben mit der EP ein grandioses Gesamtkunstwerk geschaffen. Die beiden Deutsch benannten Tracks sind instrumentale Interludes, die jeweils mit gezupfter Gitarre eine perfekte Überleitung der Dunkelheit ins Licht und wieder hinab in dunkelste Untiefen darstellen. Atmosphärisch ist das perfekt in Szene gesetzt und zeigt von songwriterischer Finesse.
„…Where Lights Can Thrive“ ist in seiner mächtigen Klanglandschaft episch. Die Vocals sind hier auch etwas variabler und geben einen herausragenden Gegenpart zu den wabernden Gitarrenwänden. Der Song schwingt zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Post-Metal mit hallenden Instrumenten und schwarz angehauchten Blastbeats. Auch im weiteren Verlauf der EP ist es dieses perfekte Spiel der Gegensätze, die „Dead Dreamer“ so gelungen machen.
Der Titeltrack baut sich langsam vor einem auf. Sind die Gitarren am Anfang clean und der Gesang rau, aber eher im Hintergrund, wird die mitschwingende Stimmung bis zur Mitte des Songs hin aggressiver und immer wütender, bis dann der Vulkan mit wummernder Doublebass ausbricht. Die stark verzerrten postigen Gitarren geben einen eigenen Vibe und grooven sich herrlich ein.
Der Abschluss „Pyre Echo, Still Glowing“ spiegelt die gesamte EP gut wider. Mächtig und kraftvoll, aber mit nachdenklichen Seiten und im Allgemeinen unfassbar intensiv. ARCHITECTS OF AEON geben uns eine perfekte Mischung aus Doom und Post-Metal und schaffen damit hoffentlich den Schritt zu einem Label.
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „Dead Dreamer“:
1. This Impending Doom We Carry
2. Verloren
3. …Where Lights Can Thrive
4. Dead Dreamer
5. Vergessen
6. Pyre Echo, Still Glowing
Gesamtspielzeit: 26:50
Band-Links:
