
Emotion Factory Reset
(Heavy Metal | Heavy Rock)
Label: Metal Blade Records
Format: (LP)
Release: 22.05.2026
AROMRED SAINT is back! Saucooles Cover-Artwork, spannender Titel und die ersten Klänge des Werks halten, was sie versprechen. Jon Bush – vor Äonen mal Fronter von ANTHRAX, Joey Vera (half auch beim thrashend Milzbrand live aus und Teil von FATES WARNING) und der Rest der Heavy Metal Meute geht wieder auf Angriff, bietet bekannte Trademarks, aber auch neue Ideen.
Nach ganzen sechs Jahren Studiopause wird es also wieder laut. „Close To The Bone“ macht es kurz spannend, Gitarren flirren im Hintergrund, werden immer lauter und man steigert sich, ehe es richtig fett losgeht. Das Riffing von Phil Sandoval und Jeff Duncan knallt, klingt aber auch überraschend sommerlich und ungezwungen, die Beats von Gonzo sind tight und Bush thront mit seiner knarzigen Stimme gekonnt über dem eindringlichen Banger. Vielleicht fehlt es dem Track an einem ordentlichen Refrain, doch der abgefahrene Solo-Teil samt IRON MAIDEN meets THIN LIZZY Twin-Guitars versöhnt. Danach ertönen sphärische Keys, der Song beginnt proggy, aber auch hier gibt es ARMORED SAINT Trademarks am laufenden Band und gute Laune im heavy Soundgewand.
Irgendwie hat man dieses Mal das Gefühl, dass die Jungs aus Kalifornien die Sonne aus der Stadt der Engel direkt in ihren Sound einfließen ließen und im Studio echt gute Laune und absolut keinen Druck hatten. Mag sein, dass hier vieles etwas schrullig wirkt und der eine oder andere Track etwas direkter ballern könnte, aber hey, es macht einfach Spaß, was hier zelebriert wird. Da passt es auch, dass Gonzo meint, sein Riffing töne relaxter und dynamischer denn je. Und das darf man so auch unterschreiben, während Bush das Intro mit THE POLICE vergleicht.
Und so gibt es auch in „Not On Your Life“ sommerlichen Groove samt waschechten Hard Rock Vibes, bei dem mir auch immer wieder mal DANKO JONES in den Sinn kommt, wohingegen „Hit A Moonshot“ zumindest zeitweise auch in thrashige Schieflage gerät, was einen wunderbaren Kontrast zu den rockigeren Parts im Song bildet. Und so lege ich eben diesen Song den Fans – und vielleicht auch zukünftigen dieser Sorte – ans Herz lege. Leider fehlt es dann in der zweiten Hälfte etwas an Highlights und „It’s A Buzzkill“ zeigt sich etwas zu repetitiv, doch zuvor kann „Buckeye“ mit Alternative Vibes zwischen ALTER BRIDGE und Rock-Tönen der Marke GUNS’N’ROSES nochmal punkten und auch das abschließende „Epilogue“ lädt nochmal zum Sonnebrille aufsetzen, mitwippen und schwelgen ein.
Die frische Kurskorrektur von ARMORED SAINT macht Spaß, vergisst die Wurzeln nicht und hat so einige kleine Hitkandidaten am Start, kann auf die ganze Länge aber dann leider nicht so punkten, wie erhofft. Aber der kleine Reset, der auch im Titel steht, hat auch mehr Tiefgang, lädt die Band damit zum Pausieren und nachdenken ein, vor allem in Situationen, die einen kühnen Kopf verlangen. Erst denken, dann handeln, heißt es also, gerade in unseren schnelllebigen Zeiten und voranschreitenden Technologien. Und so schließe ich mit Phil’s Worten: „You can’t control outside events, but you can control your mind.“
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „Emotion Factory Reset“:
1. Close To The Bone
2. Every Man-Any Man
3. Not On Your Life
4. Hit A Moonshot
5. Buckeye
6. Compromise
7. It’s A Buzzkill
8. Throwing Caution To The Wind
9. Ladders And Slides
10. Bottom Feeder
11. Epilogue
Gesamtspielzeit: 48:01
