
The Oblation Of Man
(Blackened Death Metal)
Label: Dolorem Records
Format: (LP)
Release: 03.04.2026
Es scheint, dass Paris ein Einstiegstor zur Hölle ist. TOWERING aus der französischen Hauptstadt klingen auf ihrem zweiten Album „The Oblation Of Man“ wie die Vertonung eines apokalyptischen Infernos. Die französische Metalszene vibriert nun schon seit vielen Jahren und der Vierer um die Gründungsmitglieder Tom J. Silver und Christnacht trägt ihres dazu bei, dass inzwischen viel musikalische Anerkennung in den Westen Europas geht.
Der Einstieg mit „Asceticism“ ist gewaltig. Halbdissonante Riffs treffen auf bollernde Doublebass und die Vocals kommen treibend und brutal. Ab der ersten Sekunde an kann man eine Ähnlichkeit mit den Genrelegenden von BEHEMOTH nicht mehr verleugnen. Mit dem Gesang nimmt der Song eine komplett neue Richtung und schlägt in pure Raserei um. Blackened Death Metal allererster Güteklasse, das was die polnischen Vorbilder seit Jahren leider nicht mehr schaffen, scheint in den Tiefen Paris zu schlummern. Das beweisen TOWERING auch mit „Shattering Individuality“ und „The Devouring Presence” eindrucksvoll
Das folgende „ To Die Once And Emerge” zieht die schwarzmetallischen Daumenschrauben an. Es gibt Blastbeat und die Vocals rutschen gewaltig in Richtung Black Metal. Die Intensität ist fast greifbar in der Luft und man meint es sollte Tom J. Silver jederzeit die Lungen zerreißen, so sehr brüllt er seine Verzweiflung hinaus. Tremologitarren runden die schwarze Messe passend ab.
„Herald Of The Black Sun” beginnt mit einem großartigen Gitarrenduell, die sich am Ende aber wunderbar harmonisch gegenseitig begleiten. Zuerst ist das Riffing noch zurückhaltend und eher träge, doch die Doublebass verkündet schon den nahenden Sturm und die schwarze Death Metal Raserei geht los. Die Aggression ist greifbar und trotzdem ist ein Groove und eine melodische Komponente stets vorhanden. Das technische Know-how kann man den Franzosen wahrlich nicht absprechen und der Song schwingt sich zum Highlight des Albums auf.
TOWERING schaffen es auf ihrem zweiten Release über die gesamte Länge die Qualität richtig hochzuhalten, wenn auch manchmal die Originalität der Songs leidet und zum Ende hin alles etwas uniform erscheint. Die grandiosen ULCERATE kommen immer wieder in den Sinn und doch haben die Franzosen genug Eigenständigkeit, um sich zu behaupten. Die Stimmung ist durchwegs frostig, garstig und apokalyptisch. Die dichte Produktion tut ihres dazu, dass vor allem das drückende Schlagzeug wahnsinnig beklemmend wirkt.
„The Oblation Of Man“ ist ein wahnsinnig dichtes Album in jeglicher Hinsicht. Das Rad des Blackened Death Metal haben die Franzosen mit Sicherheit nicht neu erfunden, aber in Zeiten, in denen diese Stilrichtung immer rarer und insgesamt softer wird, ist das Album eine mehr als gelungene oldschoolige Abwechslung.
Tracklist „The Oblation Of Man„:
1. Asceticism
2. To Die Once And Emerge
3. Shattering Individuality
4. The Devouring Presence
5. Herald Of The Black Sun
6. Embraced Atonement
Gesamtspielzeit: 46:25
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