
Til The End
(Melodic Death Metal)
Label: Lifeforce Records
Format: (LP)
Release: 11.09.2026
Auf TIL THE END trifft das Attribut einer internationalen Band bestens zu. Die vier Mitglieder kommen aus vier unterschiedlichen Ländern mit musikalischen Vergangenheiten in wohlbekannten Bands (NIGHTRAGE, CRYSTAL TEARS, ORGY). Eine Allstar Band ist es vielleicht nicht, aber die Erfahrung des Vierers ist wohldokumentiert.
Nach einer ersten EP letztes Jahr kommt nun das selbstbetitelte Debütalbum in der Schnittmenge von Thrash und Melodic Death Metal auf den Markt. Die Erwartungen waren unfassbar hoch, vielleicht auch etwas zu hoch gegriffen. Denn recht bald nach dem instrumentalen Intro macht sich im ersten „wirklichen“ Song „Lava“ Ernüchterung breit. Die Thrash Schlagseite ist unerwartet hoch, der Sound wirklich ernüchternd dünn und die Vocals eher gewöhnungsbedürftig.
„Dismal Paradise“ sowie „These Little Voices” schlagen folglich in dieselbe Kerbe. Die Songs kommen einfach nicht vom Fleck. Die Melodiebögen sind teils wirklich gelungen und lassen gutes erhoffen, doch die Vocals ziehen die Songs in eine unausbalancierte Richtung. Der thrashige Shouting Stil Hämäläinens mag hier einfach nicht passend werden. Der halb gesungene Refrain in „These Little Voices“ mutet dann tatsächlich fast komisch an, anders kann man es nicht beschreiben.
TIL THE END wissen definitiv wie man Hooks schreibt und gute Song erschafft. „I’m Falling Apart“ überrascht mit groovigem Riff und catchy Refrain, krankt aber wie auch „Awakening“ am dünnen Gitarrensound. Man würde sich eine Rhythmusgitarre wünschen, die sich tief und intensiv direkt ins Gehirn fräst.
Interessant ist, dass das Album im zweiten Teil, und vor allem zum Ende hin, doch Fahrt aufnimmt und mit „Cemetery Trees“ sowie „Higher And Beyond“ die besten Songs beinhaltet. Man rutscht deutlich näher an den Göteborg Stil und bewegt sich zum ersten Mal gelungen im Fahrtwasser von IN FLAMES und DARK TRANQUILLITY. Die Gitarren werden deutlich wuchtiger und mit Recht fragt man sich warum das nicht von Beginn weg sein sollte.
„Til The End“ ist ein Album, dass mit Sicherheit auch etwas unfair an seinen zu großen Erwartungen scheitern musste. Die Songs sind alles andere als schlecht, aber insgesamt bleibt ein eher durchschnittliches Werk stehen.
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „Til The End“:
1. From The Beginning (Genesis)
2. Lava
3. Dismal Paradise
4. These Little Voices
5. I’m Falling Apart
6. Awakening
7. Hybrid Fragments
8. Cemetery Trees
9. Higher And Beyond
10. Until The End
Gesamtspielzeit: 43:53
