
The Motion Paradox
(Heavy Metal | Hard Rock)
Label: Running Wild Productions
Format: (LP)
Release: 17.07.2026
Oha, das ist wirklich schon lange her. Die Melo-Deather von LOST VITAL SPARK liefen mir vor meiner Redakteur-Karriere bereits 2004 beim Metal Overdose im Linzer Posthof über den Weg. Da waren ein paar hochmotivierte Jungspunde am Werk und frönten dem Göteborg-Sound, wenn auch etwas gar undergroundig, aber mit viel Elan und im Kopf bleibende. Ich war damals übrigens derselbe Jungspund, wie sie.
Seither hat sich viel getan, oder eben auch leider gar nicht so viel. Zwar gab es mal einen Wechsel am Gesang, doch das war gleich mal kurz danach und in dieser Konstellation arbeitet man auch heute noch, wenn auch eher hier und da. Die erste Demo erschien 2006, das Debüt „Leviathan“ folgte drei Jahre später. Seither jedoch gab es nur noch Je eine EP und diese 2013 und 2018. Jetzt folgt mit „The Motion Paradox“ der nächste Angriff der Linzer und der verspricht so einiges.
Schon der fette Sound überzeugt. Auch stilistisch zeigt man sich heute recht homogen, aber doch facettenreich. Man bleibt in Göteborg beheimatet und bedient sich so manch schwedischer Größe. Der Opener wirkt wie eine moderne und sperrige Melange aus AMON AMARTH, fetten Metalcore und einem durchaus eigenen Stempel, der sich vor allem durch die mehrstimmigen Vocals im Refrain zeigt, sowie durch Growls von Stefan Pitzer begleitet werden. Im weiteren Verlauf gibt es aber dann die komplette Klaviatur Schwedens. Thrashige Schlagseite und wüste Ausbrüche á la AT THE GATES treffen auf Riffgewitter der frühen IN FLAMES und düstere Schlagseite der Marke DARK TRANQUILLITY. Und so platziert man sich gekonnt dazwischen, webt immer mal wieder düstere Zwischenspiele, fügt etwas Metalcore ein und lässt auch den nordischen Thrash für sich sprechen, dabei aber stets mit eindringlichen Melodien.
Neu erfunden wird das Genre hier zwar nicht, doch LOST VITAL SPARK zeigen nach längerer Pause Hunger und Motivation sowie ein Gespür für starken Melo-Death der 90er, mit modernen Elementen. Die Einflüsse sind gekonnt umgesetzt, stets mit eigener Nuance versehen und da die genannten Bands heute eh recht anders tönen, als damals, kann man den Linzer hier definitiv keinen Vorwurf machen.
Tracklist „The Motion Paradox“:
1. The Wisdom Of The Many
2. Neo-Cynic
3. Anthem
4. Commitment Is Futile
5. Heresy
6. A Bitter End
Gesamtspielzeit: 30:05
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