
Flesh For The Kult Of Death
(Death Metal)
Label: War Anthem Records
Format: (LP)
Release: 18.09.2026
Sieben Jahren nach ihrem letzten Album eröffnen die Deutschen REVEL IN FLESH ihr neuestes Werk direkt mit einem Urschrei. Ralf Hauber schlägt damit die Tür zur Hölle ein, oder ins Grabgewölbe, ganz wie man es sehen möchte.
Der Opener und gleichzeitig Titeltrack ist Oldschool Death Metal wie aus dem Lehrbuch. Die Frage ist heutzutage oft nur noch, Oldschool welcher Richtung. Bei REVEL IN FLESH ist es eindeutig Schweden und der Buzzsaw-Sound der Gitarren, der das Geschehen beherrscht. Die Riffs sind tief, tiefer am tiefsten und grooven vor sich hin, immer begleitet vom Schlagzeug im Mid-Tempo. So weit so bekannt könnte man sagen.
„Bodybag Inferno“ groovt folgend grandios aus den Startlöchern. Das Riff fräst sich einfach ins Hirn und hat fast einen leichten Hardcore Touch. Der Rest des Songs ist interessant in dem Punkt, dass sich REVEL IN FLESH äußerst melodiös geben und sogar in Melodic Death Gefilden fischen. Das ist etwas unerwartet, entspannt aber die Sorge, dass „Flesh For The Kult Of Death“ einfach nur ein weiteres HM-2 getriebenes Album darstellt.
Ansonsten gibt es auf dem sechsten Output der Deutschen viel auf die Mütze. Die Songs wirken eingerahmt von einem gelungenen Sound unheimlich düster und dicht. Die Gitarren gehen durch Mark und Bein und das größte Asset der Band ist eindeutig Ralf Hauber und sein Organ. Die Vocals sind durchdringend, brutal und so markant, dass sie den Songs eine Färbung mitgeben, die sie von vielen anderen Bands des Genres unterscheidet. So wie seine Zweitband ROTPIT, hebt Haubers Performance auch REVEL IN FLESH auf ein höheres Level.
Manche Songs stechen etwas aus der Allgemeinheit heraus. „Hellhole“ ist ein wahres Groovemonster, mit grandiosem Riffing und mitreißender Dynamik versehen, sollte der Song live grandios funktionieren. Und dann gibt es da die Single Auskopplung „Priest Of Flesh“. Der Song ist eine Hommage an die Götter des Heavy Metal von JUDAS PRIEST und funktioniert erstaunlich gut in seiner Einbettung von klar als PRIEST erkennbarem Riffing im Death Metal Gewand. Das Heavy Metal Gitarrenlead vor der HM-2 Sägesoundwall ist tatsächlich grandios. Ganz klar das Highlight des Albums.
Interessant ist definitiv die Wahl des Covers zum Abschluss des Albums. CROWBARs auch auf MTV in Heavy Rotation gelaufenes und bekanntes „All I Had (I Gave)“ wird zu einer Death Metal Version geknüppelt. Der Song bekommt eine komplett andere Note, ist aber in der Ausführung nicht unbedingt herausragend. Der Stilbruch zum Rest des Albums ist definitiv hörbar und lässt etwas unsicher und mit fragendem Blick zurück.
Ein unendlich oft verwendeter Satz trifft auch auf Album Nummer Sechs von REVEL IN FLESH zu: das Rad des schwedischen Death Metal wird hier nicht neu erfunden. Aber „Flesh For The Kult Of Death“ trägt mit seiner eigenen Note dazu bei, den ikonischen Sound weiter zu erhalten.
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „Flesh For The Kult Of Death“:
1. Flesh For The Kult Of Death
2. Bodybag Inferno
3. The Grave Robber
4. Pool Of Blood
5. Hellhole
6. Tomb Stalker
7. Death Kult Maniacs
8. Priest Of Flesh
9. Demon Dawn
10. The Last Farewell
11. All I Had (I Gave) (CROWBAR cover)
Gesamtspielzeit: 47:34
Band Links:
