
Tell Me Your Dream
(HC Punk | Post Punk | Wave)
Label: Relapse Records
Format: (LP)
Release: 07.08. 2026
Dass CEREMONY einmal unter dem Label Powerviolence ihr Unwesen trieben, ist wohl den meisten Leser*innen kein Begriff mehr. Hat sich das Quintett aus Rohnert Park in Kalifornien in der Vergangenheit mehr als wandlungsfähig gezeigt. So war vor allem das letzte Album „In The Spirit World Now“, das auch schon via Relapse Records erschien, doch sehr tief im Post-Punk und Wave der 80er verwurzelt. Für „Tell Me Your Dream“ holte man sich ein zweites Mal nach „The L-Shaped Man“ den legendären John Reis (DRIVE LIKE JEHU, ROCKET FROM THE CRYPT, HOT SNAKES) für die Produktion ins Studio.
Der Opener „Prograde“ wirkt noch wie eine elegante Brücke zu den Vorgängeralben, doch so nahe am 2010er Hardcore-Punk-Sound, wie im nachfolgenden wie knackig gehaltenen „Other Hells“ war CEREMONY auch schon seit einiger Zeit nicht mehr. „Madness“ nimmt dann mit einer mächtig wabernden Bassline ordentlich an Tempo raus und CEREMONY frönt dem, ihnen wahrlich gut zu Gesicht stehenden, Post-Punk. Der schon eingangs erwähnte John Reis steuert nicht nur zahlreiche Backgroundvocals bei, sondern spielt Gitarre auf dem advantgardistisch anmutenden „Deep Down Where I Belong“. Der wohl zwingendste Track der Platte „Death Destruction Mayhem” entführt musikalisch nach Washington D.C. und erinnert charmant an den FUGAZI Sound der späten 80er bzw. frühen 90er.
CEREMONY schaffen es die unterschiedlichen musikalischen Herzen in ihrer Brust gekonnt zu einem stimmigen Ganzen zu vermengen. So gelingt es dem Quintett mit „Tell Me Your Dream“, nicht wie in der Vergangenheit zu polarisieren, sondern für die Fans all ihrer unterschiedlichen Schaffensphasen von Hardcore über Post-Punk bis hin zu Wave allen etwas zu bieten. Quasi eine Best-Of-Platte in Albumform.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Tell Me Your Dream“:
1. Prograde
2. Other Hells
3. Madness
4. Dark Summer
5. Deep Down Where I Belong
6. Antenna
7. Justify
8. Death Destruction Mayhem
9. 10 Planets
10. Paradise
Gesamtspielzeit: 30:54
Band Links:
