
Bereits seit einem Vierteljahrhundert verfolgen GÅTE den Weg, Urtümliches aus ihrer Heimat Norwegen mit Metal zu vermischen und über die Jahre hinweg erschienen mehrere Alben, und es gab auch immer wieder Live-Auftritte. Bei einem solchen lernte auch ich sie kennen und so bin ich gespannt, was sich auf dem neuesten Werk „Sigil“ verbirgt.
Am Beginn bekommt man glockenhellen Gesang mit wenig musikalischer Umrahmung zu hören, der jedoch in weiterer Folge chorale Unterstützung und auch etwas kräftigere musikalische Ergänzung erfährt, die sich gegen Ende hin immer mehr aufbaut. Damit taucht man gleich einmal in das altnordische Feeling ein, für das man die Norweger kennt. „Oskorsreia“ startet deutlich druckvoller, aber gesanglich ändert sich wenig. Diesen Track könnte man eher in das Genre Symphonic Metal einordnen.
Sehr folkig angehaucht kommt „Sannsiger“ daher, bei dem man sich gesangliche Unterstützung in der Person von Maria Franz von HEILUNG geholt hat. Eher langsam und beinahe mystisch ist „Nokon“ das aus Trommeln, epischer Umrahmung und meist flüsternden Vocals besteht. Auf das erneut druckvollere „Bòd Frå Djupet“ folgt das flotte „Strandvaskar“, bei dem es einiges an epischer Umrahmung gibt. „Songen“ ist eine einschmeichelnde Ballade, und auch bei „Aude“ beherrschen die langsamen Töne mit klangvollem Gesang anfangs das Geschehen, allerdings wird im Verlauf etwas mehr Instrumentarium hinzugefügt. Sehr episch aber auch kraftvoll ist „Mi Jord“, und beim abschließenden „Jostedalsrypa“ verlegt man sich noch einmal auf die sanftmütige Seite mit zartem Gesang und wenig Musik, wodurch sich der Kreis zum Anfang schließt.
Der Fokus bei „Sigil“ liegt zwar auf den nordischen Klangwelten, allerdings finden sich darauf auch Ausflüge in die Symphonic Metal-Welt, wodurch dieses Album ein breiteres Publikum ansprechen dürfte. GÅTE verbinden diese doch etwas unterschiedlichen Richtungen in sehr gelungener Weise, wodurch ein wohltuendes Hörerlebnis entsteht. Damit dürften sich viele angesprochen fühlen und sollten unbedingt ein Ohr riskieren.
Tracklist „Sigil“:
1. Bergteken
2. Oskorsreia
3. Sannsiger (feat. Maria Franz von HEILUNG)
4. Nokon
5. Bòd Frå Djupet
6. Strandvaskar
7. Songen
8. Aude
9. Mi Jord
10. Jostedalsrypa
Gesamtspielzeit: 36:53
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