
Obwohl sich GRAVEYARD plötzlich 2016 getrennt haben, zählen die Schweden für mich zu den wichtigsten Bands, die aus der in der ersten Dekade der 2000er Jahre neu entstandenen Retro-, Blues-, Psyechedelic- und Stoner-Rockszene hervorgegangen sind. Zum Glück haben sich die Herren einige Jahre nach der Trennung wieder zusammengerauft, um wieder ordentliches Material abzuliefern.
OK, das 2023 erschienene und sechste Album mit dem (warum wohl?) klanghaften Namen „6“, war nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, aber jetzt melden sich die Schweden dafür mit „Fever“ umso stärker zurück. Das vor drei Jahren fast selbstgeschaufelte Grab verlassen sie mit Leichtigkeit. Sinngemäß lautet auch der Opener „Back From The Grave“ und überrascht mit kraftvollem Blues im waschechten BLACK SABBATH Stil.
Viele der neun Songs haben eine etwas schwerere Gangart, mit Augenmerk auf mehr Distortion- und Fuzz-Klängen. Und das steht den Songs wirklich gut zu Gesicht. Bei „Tongue Tied“ geht es ordentlich groovig zur Sache, da kann man schon beim Anhören in einen flotteren Bewegungsstil verfallen. Der Track erinnert mich im Stil ein wenig an THE WHO und „My Generation“. Andere Tracks haben etwas von den beiden deutschen Wegbegleitern ZODIAC und KADAVAR. Die erste ist leider nicht mehr aktiv und KADAVAR ist irgendwo bei den letzten Alben für mich falsch abgebogen. Da ist es schön, wenn man dann wenigstens Songs im Stil der beiden Bands vernehmen kann. Auch an eine andere alte Band wurde gedacht und so bekam „Time To Tell“ ein gehörigen Schlag CCR mit.
GRAVEYARDs Auferstehung kann man als geglückt ansehen und man vergisst schnell das maue Vorgängeralbum.
Tracklist „Fever“:
1. Back From The Grave
2. Tongue Tied
3. A Better Cut (Note To Self)
4. Year Of The Horse
5. A Means To An End
6. Time To Tell
7. Don’t Shoot!
8. Room Tempered
9. Dead Note
Gesamtspielzeit: 40:05
