
Dreadspawn Dominion
(Death Metal)
Label: Testimony Records
Format: (LP)
Release: 07.08.2026
Sechs Alben seit 2019 sind aller Ehren wert. Wenn dies dann noch der Output der „zweiten“ Band“ des Sängers ist, der ebenso bei den nicht minder bekannten SLAUGHTERDAY die Gitarre bedient, dann kann man getrost von Workaholics sprechen. Gottseidank stellen die Ostfriesen von TEMPLE OF DREAD trotzdem immer Klasse vor Masse und feuern mit „Dreadspawn Dominion“ ein herrliches Oldschool Death Album in die Menge, dass so wirklich Spaß macht.
Ein heutzutage obligatorisches Intro führt mit sanften cleanen Gitarrentönen ein. Der folgende Titeltrack tritt daraufhin direkt in die Eingeweide. Die Gitarren braten, der Bass wummert, Jörg Uken feuert an den Drums aus allen Rohren und Jens Finger schreits sich den Hals heiser. Das Riffing erinnert an die Nachbarn im skandinavischen Norden und führt neben aller Brutalität ein paar grandiose Melodiebögen ein. Zur Mitte hin kippt der Song ins Midtempo und groovt sich mit langsamer Doublebass herrlich ein. Die Gitarrenleads singen vor der sägenden Rhythmusgitarre, sodass sich der Song im Ohr festsetzt. Der Einstieg gelingt damit vollauf.
„Born To Rot“ ist ein gnadenloser Stampfer mit tiefem Riffing vor immer wieder groovenden rhythmisch melodischen Passagen. TEMPLE OF DREAD verstehen es tatsächlich gnadenlose und zugleich ansprechende harte Töne zu vereinen. Olschool Style dominiert hier das Geschehen und gibt die Marschrichtung vor. Auch in weiterer Folge soll sich daran auf „Dreadspawn Dominion“ nicht viel ändern.
„Death March“ hat eine eigene Dynamik, die vor allem mit dem Marschähnlichem Riffing an Bands wie SATYRICON oder ABBATH erinnert. Überhaupt kippt die Stimmung der Deutschen hier in Richtung Black Metal und Tremolos verstärken die eisige Atmosphäre. „Blood Pyre“ ruft mit den singenden Gitarren zu Beginn sofort SLAYER in Erinnerung und kehrt mit gehöriger Thrash Schlagseite die Legenden der Bay Area unter dem Teppich hervor. Der Song wird dann aber nicht zum billigen Abklatsch, sondern entfaltet eine eigene Dynamik, wieder gehörig mit Atmosphäre gespickt und melodisch einnehmendem Groove.
Am Ende sind es aber „Hybrid Horde Eternal“ oder „Rites Of Blasphemy“, die einen grandiosen Oldschool Vibe transportieren und in dieser „Einfachheit“ „Dreadspawn Dominion“ zu einem deutschen Death Metal Highlight des Jahres erheben. Album Nummer Sechs von TEMPLE OF DREAD weiß im klassischen Death Metal Sektor vollkommen zu überzeugen, nimmt es doch immer wieder unerwartete Wendungen, baut andere Stile mit ein und erzeugt so seinen eigenen Sound. Hier liegt die persönliche Präferenz tatsächlich eher bei TEMPLE OF DREAD als bei SLAUGHTERDAY, was aber absolute Geschmackssache bleibt.
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „Dreadspawn Dominion“:
1. Wings Of Immortality (Intro)
2. Dreadspawn Dominion
3. Born To Rot
4. Hybrid Horde Eternal
5. Death March
6. Blood Pyre
7. Scorched By Cosmic Fire
8. Rites Of Blasphemy
9. Artisan Of Oblivion
10. Infernal Eternity
Gesamtspielzeit: 40:16
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