CHAT PILE – Who Loves The Sun
CHAT PILE
Who Loves The Sun
(Noise Rock | Sludge Metal)

 


Label: The Flenser
Format: (LP)

Release: 04.09.2026


Manche Bands sind mehr als nur musikalisch wertvoll. Gewisse Gruppierungen sind einfach wichtig und unerlässlich, als textlich tiefsinnige Stimmen gegen den Wahnsinn unserer Gegenwart. Die Noise Rock Pioniere CHAT PILE aus Oklahoma City sind genau das. In Europa leider noch weniger bekannt, erschafft kaum jemand durch ein Sludge Universum führend, die apokalyptischen Zukunftsängste der Menschheit so perfekt zu vertonen wie der Vierer aus der direkten Mitte der USA.

Alles an ihnen ist einzigartig. Der Sound ist unerreicht und klingt bei niemandem ähnlich. Polternder vibrierender geslappter Bass bestimmt durchwegs das Geschehen, vor scheppernden Drums und Gitarren, die eigentlich gefühlt nur die Atmosphäre verdichten sollen. Stimmlich pendelt man auch auf Album Nummer Drei (oder Vier, das ist Gegenstand von Diskussionen durch die reine Kollab-Arbeit auf „In The Earth Again“) zwischen Indie Rock, angepisst bis gelangweilt singend, und infernal brüllenden Ausbrüchen.

Und doch ist „Who Loves The Sun” vor allem eines. Ein Fingerzeit auf die Bösartigkeit und Hässlichkeit unserer Zeit, verpackt im wohl bisher zugänglichsten Album von CHAT PILE. Es strotzt vor Melodien, Hooks und grandiosen mitreißenden Passagen. Lyrisch ist die Band sowieso über allem erhaben.

„Creature“ führt mit dem direktesten und brutalsten Basssound, den man nur von den Vieren kennt, auf geradem Wege in die Dystopie. Hier werden absolut keine Gefangenen gemacht: “Every creature led to slaughter, every city underwater”.
Raygun Busch am Mikro ist nicht der Typ für Schönfärberei und spuckt einem seine Wut direkt ins Gesicht.

„Deep Blue“ ist die Blaupause für CHAT PILE 2026. Der Song ist zugänglicher und melodischer als alles, was man von der Band kennt. Aber unter der Schönheit geht es um die Tech Giganten, die langsam unsere Kinder und unsere Welt vereinnahmen und nach ihren Vorstellungen umbauen. Die Lyrics sind erschreckend:

„Even though you know, the clock is ticking down
With no more life to live, the time to act is now.
But that could never be, you move deeper into screens
Into the deep blue sea, you move deeper into screens.“

“PEN I S MALL” war bereits vorab als Single bekannt. Das Schmunzeln über den provokanten Titel bleibt einem recht schnell im Halse stecken. Mit dem Song werden CHAT PILE so sludgig wie kaum zuvor. Das Riffing ist tief und zäh wie Lava. Die Vocal Performance erreicht hier einen Höhepunkt und Raygun Busch kippt fast ins Dämonische ab.

Die Jungs aus Oklahoma können auch anders. Ihr Sound hat unglaublich viele Facetten, aber immer vor dem dystopischen lyrischen Hintergrund. Der „Dreier“ aus „Intruder“, „Christabel ’26“ und „Influence“ wird zum musikalischen Höhepunkt des Albums. Die Atmosphäre ist rockig, groovig und wirkt fast gelöst. Im Hintergrund hält sich aber das Gefühl, dass hinter jeder Ecke Ungemach lauert. CHAT PILE lösen das gekonnt mit dem laut-leise, groovig-hart Wechsel der Gitarren und dem Bass-Slapping, in Verbindung mit den intensiven Vocals, löst das unendlich viele Emotionen aus und macht alle drei Songs zu einem echten Erlebnis.

„Who Loves The Sun“ ist ein Monolith von einem Album. Unglaublich verstörend und wichtig. CHAT PILE sind am Höhepunkt ihres Schaffens angelangt und setzen an mit ihrem noisigen Sound modernen Sludge Metal zu prägen und zu verändern.

Autor: Michael Wimmer


Tracklist „Who Loves The Sun“:
1. Creature
2. Deep Blue
3. Same Rules
4. PEN I S MALL
5. Shrine
6. Intruder
7. Christabel ’26
8. Influence
9. Family Funeral
10. October All The Time
Gesamtspielzeit: 43:35


Band Links: 

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chat pile - who loves the sun
CHAT PILE – Who Loves The Sun
LineUp:
Raygun Busch (Vocals)
Luther Manhole (Guitars)
Stin (Bass)
Cap'n Ron (Drums)
9
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