
Revelations Of Gore
(Death Metal)
Label: Personal Records
Format: (LP)
Release: 31.07.2026
Für jeden Metal Fan ist Norwegen eines der Geburtsländer einer Subkultur und daraus folgend eines prägendes Subgenres des extremen Metals. Daraus folgend ist es nicht so verwunderlich, dass Black Metal andere Strömungen im Land eher überstrahlte und Death Metal seit jeher ein sehr unscheinbares Dasein fristet. Ende 2025 prügelten sich BLOOD RED THRONE aus Kristiansand erfolgreich mit ihrem großartigen Album „Siltskin“ zurück ins Bewusstsein der Community.
HORRIFIER aus der Hauptstadt Oslo haben noch einen Weg vor sich, um annähernd an den Status der Landeskollegen heranzukommen. Das zweite Album „Revelations Of Gore“ ist aber ein nächster großer Schritt hinein in die Auslage des norwegischen Death Metals.
Die Band ist blutjung, alle in ihren Zwanzigern, doch hören sie sich bereits an wie alte Hasen des Business. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass sie Death Metal allerältester Schule spielen. Das Cover ist wie aus den 90ern entnommen und die Lyrics über Horror, Gore und ähnliches ebenso.
Nach dem Intro rumpelt „Compelled To Slaughter“ in Wahnsinns Oldschool AUTOPSY Manier aus den Boxen. Das Riffing ist dumpf und dreckig und die Atmosphäre von Anfang an morbide. Die Vocals machen HORRIFIER von Anfang an interessant. Adrian Risøys Organ ist räudig und unartig fies wie schon lange nicht mehr gehört, eigentlich nicht mehr seit Chris Reiferts Anfangstagen. Und da die Jungs aus Norwegen kommen, sind gerade in den Vocals immer wieder Black Metal Anleihen versteckt, wie könnte es anders sein.
„Human Butchery“ steht dem Opener in nichts nach uns schielt unverhohlen in Richtung der Death Legenden aus Kalifornien. Immer wieder kippen die Norweger aus dem D-Beat in Death Doom Gefilde, die Atmosphäre schwankt zwischen Lethargie und Horror hin zu puren aggressiven Ausbrüchen. So gekonnt balancieren sonst nur Reifert und Co. zwischen den Stilen. Und nicht zu vergessen: es groovt alles gewaltig.
Grundsätzlich schwankt „Revelations Of Gore“ zwischen Songs, die nicht überbordend innovativ sind, aber auf hoher Lautstärke einfach knallen und Spaß machen und Tracks, die mit Längen kämpfen. Eventuell kommt hier das Alter der Vier zum Tragen und das Songwriting benötigt teils noch mehr Feinschliff und Ideen. Wer aber bei den rockigen Death Granaten „The Ingestion“, „Body Hoarder“ und „Morbid Lust“ nicht den Nacken zerbrechen lässt, oder im Death Doom von „Rejoice, Children Of The Flesh“ schwelgen will, sollte sich dringend untersuchen lassen.
„Revelations Of Gore“ ist durchwegs ein Album, das Lust auf mehr macht und ein junge Death Kombo auf dem schnellen Weg nach oben zeigt. Norwegens Szene erhebt sich und will definitiv bei den Großen mitspielen.
Autor: Michael Wimmer
Tracklist „Revelations Of Gore“:
1. Voices
2. Compelled To Slaughter
3. Human Butchery
4. The Ingestion
5. Rejoice, Children Of The Flesh
6. Body Hoarder
7. Morbid Lust
8. The Final Oblation
9. Blood for Ascension
10. Horrifier – Compelled To Slaughter
Gesamtspielzeit: 41:50
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